Nehmen wir an, die Informationen nähmen sponte sua ihren Weg vom Ding ins Empfängnis des Subjekts. Wo kommen sie an? Im Rezeptakel ist nach Vorausset-zung keine Echokammer vorgesehen. Sie versänken also bodenlos im... was? Doch zweifellos durch irgendeine Membran, durch die sie wie auch immer den Einzeltei-len des Gesamtorganismus mitgeteilt würden. Fällt ein Stein mir auf den Fuß, schmerzt der Fuß, der rein mechanisch, nämlich reflexhaft reagiert. Eine Gedächt-nisspur mag im Fuß angelegt bleiben, aber nirgends wird je vermerkt, dass dort etwas geschehen ist, geschweige denn, was. Eine Bestimmung als dieses oder jenes kann nicht geschehen. Nicht Reflex ist Bewusstsein, sondern Reflexion. Im realisti-schen Modell wird nichts reflektiert, es verschwindet alles unwiederbringlich in einem schwarzen Loch; auch alle Energie, die der Information je innegewohnt haben wollte.
Man kann die Geschichte durch tausenderlei Differenzierungen und Subtilisierun-gen komplizieren, doch das Grundschema bleibt dasselbe: Eine Meldung wird man unterm Strich nicht herausholen. Man wird sie von Anbeginn hinein tun müssen.
In der umgekehrten, idealistischen Sicht werden Energie und Rückwirkung als An-fang von allem vorausgesetzt. Der Wissenwollende will seinen Blick nicht auf dem Ding verweilen lassen (nicht einmal der bloß Betrachtenwollende im ästhetischen Zustand), sondern hat es auf die Rückmeldung apriori abgesehen. Ohne Absicht keine Reflexion, kein Einsehen und keine Bewusstheit.
Und sagen Sie, das wäre ausgedroschenes Stroh? Doch von selbst versteht es sich bis heute nicht. Dabei ist es ganz einfach, wenn man's nur zuerst mit dem Vorstel-len versucht, bevor man beim Begriffshubern den Verstand verliert.
Man sollte es als Zugangsfrage an den Pforten der Hochschulen stellen, und ganz besonders bei den exakten Fächern.
30. 1. 23
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