zu öffentliche Angelegenheiten Es gibt jetzt zwei Option'n, beide machen Stress
Eine ab morgen schon, die andere ab jetzt
Wir könn'n darauf warten, dass sie in den Parlamenten
Und auf der Straße erstarken, bevor wir sie bekämpfen
Und wir warten, warten, warten, das ist erstmal bequemer
Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später
Die andre Möglichkeit bedeutete schon heute
Stress mit der Polizei und den ganz besonders Deutschen
Dafür 'ne kleine Chance, das Blatt nochmal zu wenden
Oder vielleicht das Schlimmste noch verhindern zu können
Du weißt nicht, was du tun kannst, du weißt nicht, wie das geht
Hör mir zu, ich hab' vielleicht eine passende Idee
[Refrain]
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst
[Strophe 2]
Ruf erst mal ein, zwei Leute an, den'n du vertraust
Auf die man sich verlassen kann und macht ein Treffen aus
Ihr gründet eine Gruppe, die keinen Namen hat
Kein Gründungsdatum und auch kein Verein oder so'n Quatsch
Redet mit Bars und Kneipen, fragt, ob die für 'nen Abend
Räumlichkeiten für 'ne Party gegen Nazis haben
Ladet eure Freunde ein, ein kleines Festival
DIY, Eintritt frei, sammelt auf Spendenbasis Geld
Mit dem Geld, das ihr verdient, kauft ihr Dosen, um zu sprüh'n
Kauft ihr Aufkleber und Marker, sorgt dafür, dass jeder sieht
Ihr habt kein'n Bock auf Faschos und das hier ist eure Stadt
Lasst euch nicht erwischen, schaut nach Überwachungskameras
Nie ohne Handschuh, nie 'n Fingerabdruck hinterlassen
Und erst recht nie film'n und niemals ein Foto davon machen
Von Aktion'n nur den'n, die selbst dabei waren, erzähl'n
Es geht um linke Straßenpolitik und nicht um Fame
Ihr braucht Regeln für die Kommunikation
Nicht nur Nazis und Konsorten, die in eurer Gegend wohn'n
Auch die Sicherheitsbehörden werden sich schnell intressier'n
Ihr dürft von Anfang an alles nur geheim kommunizier'n
Das bedeutet, keine DMs, keine Messenger und Mails
Alles, was verboten sein könnte, immer Face-to-Face
Lasst das Handy zuhaus wegen Bewegungsprofil'n
Und wenn sie euch erwischen, redet nicht mit ihn'n
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst
[Strophe 3]
Man wird sich wundern, wenn man weiß, dass in den Kern
Dieser Gruppen meistens nur ein paar wenige gehör'n
Eine Handvoll Leute reichen meistens aus
Eigene lokale Antifa-Strukturen aufzubau'n
Als nächstes müsst ihr die rechten Struktur'n recherchier'n
Heimlich ihre Treffen und Demonstration'n fotografier'n
Findet raus, wer sie sind, was sie tun, wo sie leben
Wo sie arbeiten und findet raus, mit wem sie sich umgeben
Baut Fake-Accounts bei TikTok und bei Telegram
Dokumentiert alles, was sie schreiben, alles, was sie sagen
Holt den Papiermüll ab, lauft ihn'n nach
Zu ihren Häusern, ihren Wohnung'n, den Treffpunkten und Bars
Meldet euch bei jeder Singlebörse an
Irgendwie und irgendwann kommt man an jeden Nazi ran
Werdet dreist, delinquent, akribisch und kreativ
Stück für Stück füttert ihr so euer Antifa-Archiv
Faschos leben abgeschottet, sie leben im Wahn
Mit Argumenten kommt man meistens nicht mehr an sie ran
Die Erfahrung zeigt, dass aber trotzdem doch etwas passiert
Wenn man ihr gesamtes Umfeld kontaktiert
Früher nannte man so etwas „Outingaktion“
Es hing'n Flyer und Plakate in den Vierteln, wo sie wohn'n
Mit Fotos und Funktion'n, mit Nam'n und mit Adressen
Niemand wird ein Nazischwein als sein'n Nachbarn möchten
Das flankierte man mit ein paar Telefonaten
Um ihre Schul'n, Unis, Arbeitgeber zu beraten
Man wünschte ein'n guten Tag und fragte dann: „Wie
Passt so etwas in eure Firm'nphilosophie?“
Helft euren Lokalzeitung'n mit Information'n
Wenn sie nicht schon von selbst dahinterkomm'n
Dass es Probleme gibt mit Nazis in der Stadt
Vielleicht wird dann sogar die Staatsanwaltschaft wach
Mit etwas Glück kriegen sie Post oder geh'n in den Knast
Doch ihr wärt blöd, wenn ihr euch auf den deutschen Staat verlasst
Die Erfahrung zeigt genau das Gegenteil
Es gibt so viele Faschos bei der Polizei



