Axel
Buether von der Bergischen Universität Wuppertal verweist auf
Mechanismen im Gehirn, die bei einem bestimmten Blauton das Erlebnis
„Meer“ wieder aufrufen können. „Die Farbe wirkt dann wie ein äußerer
Trigger – ähnlich wie eine Melodie oder ein vertrauter Geruch“, sagt der
Farbpsychologe. „Wir sehen nicht nur Blau und denken ans Meer, sondern
erinnern uns auch körperlich an das Schwimmen, an sommerliche Erholung
und an schöne Erlebnisse.“ Das könne für einen Moment glücklich machen.
Aber
warum ist es ausgerechnet die Farbe Blau, die diesen Trigger auslöst?
Blau sei in der Natur vor allem die Farbe des Himmels, des Wassers und
der Ferne, sagt Buether. „In unserer Wahrnehmung tritt also etwas
zurück, öffnet den Raum und vermittelt Weite.“ Deshalb würden viele
Menschen Blau mit Ruhe, Freiheit und Vertrauen verbinden.
Und
das gilt demnach nicht nur für Europa. „Blau gehört weltweit zu den am
positivsten konnotierten Farben und ist international die Lieblingsfarbe
besonders vieler Menschen“, sagt Buether. Blau sei eine
Sehnsuchtsfarbe, von der es viele Varianten gebe: „Meerblau wirkt
frisch, feucht oder eisig. Azurblau weckt friedliche Assoziationen.
Ultramarinblau kann etwas Wehmut hervorrufen.“
Das
zeige sich auch in kulturellen Bildern und Religionen. „Es ist sicher
kein Zufall, dass Maria im Christentum häufig blaue Kleidung trägt“,
vermutet Buether. Und schon die alten Ägypter hätten das tiefblaue
Gestein Lapislazuli für Schmuck, Kultgegenstände und Grabbeigaben
verwendet.
Generell
spielen Farben eine größere Rolle, als vielen bewusst ist. Sie
beeinflussen, wie wir wahrnehmen, fühlen, uns orientieren und auch, wie
wir uns entscheiden – etwa beim Blick auf eine Ampel. „Farben können
körperliche Zustände beeinflussen, Stimmungen erzeugen und Bedeutungen
vermitteln“, sagt der Wissenschaftler Buether.
Wichtig
seien aber nicht nur festgelegte Bedeutungen – Rot an der Ampel heißt
Stopp! –, sondern auch individuelle persönliche Erfahrungen. Das
betrifft auch die Sehnsuchtsfarbe Blau, die mitunter negativ besetzt
sein kann. „Wenn uns ein blaues Auto angefahren hat, kann die Farbe
Panik auslösen. Das gilt ebenso für Todesangst auf dem Meer“, sagt der
Farbpsychologe.
„Farben
sind keine rein physikalischen Eigenschaften, sondern entstehen erst
durch die Verarbeitung von Lichtreizen in unserem Gehirn“, sagt der
Forscher. „Draußen gibt es Materie und elektromagnetische Strahlung –
die wahrgenommene Farbe entsteht in uns.“ Der Wissenschaftler zieht eine
Parallele zur Sprache: Bei der gebe es zunächst nur Schallwellen. Erst
im Gehirn würden daraus Wörter, Sätze und Bedeutungen. (dpa)
Nota. - Das ist fast zu trivial, um darüber Worte zu verlieren: Dem Eskimo sagt man heute nicht mehr; dem Inuit kommt bei Weiß im Gemüt ganz was anderes vor als dem Azonasindianer sagt man auch nicht mehr -nativen, und bei Grün erst recht; und beiden wird bei Blau ganz anders: Die einen kennen es kaum, die andern haben mehr als genug davon, und das seit Tausenden von Jahren.
Informationswert hat aber der letzte Absatz. Der Verfasser der Unter-Überschrift scheint ihn nicht gelesen zu haben.
JE