...war eine Dummheit. Aber keine unschuldige - aus mangelnder Intelligenz. Son-dern eine hinterhältige - aus Feigheit: Sie waren nicht sicher, dass sie wirklich die besseren Argumente haben; oder doch, dass sie sie glaubhaft vertreten können.
Nota.Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden.
Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht
wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog.JE
Affen begreifen Geometrie auf ähnliche Weise wie Menschen
Auch Affen können
geometrische Formen abstrahieren, legt eine neue Studie nahe. Das könnte
für die Ausbildung von Kindern relevant sein
von Reinhard Kleindl
Wie entstand das, was uns menschlich macht? Der Moment, als sich die
evolutionären Wege der Vorfahren von Affen und Menschen trennten,
beflügelt unsere Fantasie und wurde etwa im Science-Fiction-Klassiker 2001: A Space Odyssey
unvergesslich in Szene gesetzt. Lange Zeit schienen offensichtliche
Unterschiede zwischen Affen und Menschen ausreichend Erklärungen dafür
zu liefern, warum Erstere zwar an Intelligenz die meisten anderen Tiere
in den Schatten stellen, es aber dem Menschen mit seinen kognitiven
Fähigkeiten vorbehalten blieb, den Planeten zu beherrschen.
Im Lauf der vergangenen Jahrzehnte zeigte sich zunehmend, dass diese
Grenze fließend ist und viele für typisch menschlich gehaltene
Eigenschaften auch bei Affen zu finden sind, etwa der Gebrauch von
Werkzeugen. Eine neue Studie im Fachjournal PNAS geht nun noch einen Schritt weiter in diese Richtung.
Zeichen von Intelligenz
"Geometrisches
Vorstellungsvermögen gilt als wichtiges Kennzeichen der menschlichen
Intelligenz", schreibt das Forschungsteam in der Studie. Auf der Ebene
der visuellen Wahrnehmung sei alles noch sehr ähnlich: Im sogenannten
inferotemporalen Kortex seien dieselben Strukturen vorhanden und auch
mit den Augen wahrgenommene Formen würden dort fast identisch
repräsentiert. Auch Eigenschaften wie Symmetrie würden bei Menschen und
Affen wie Makaken gleichermaßen bereits im inferotemporalen Kortex
extrahiert.
Menschen und Affen sind also mit vergleichbaren visuellen Werkzeugen
ausgestattet. Ihre Fähigkeiten sind dennoch unterschiedlich: Menschen
seien beim Erkennen von geometrischen Formen mit "euklidischen"
Eigenschaften wie Parallelität oder Symmetrie klar im Vorteil und hätten
komplexere geometrische Vorstellungen als andere Primaten. Vor allem
bei rotierten Formen tun sich Affen schwerer. "Eine gängige Erklärung
für diese Besonderheit des Menschen lautet, dass Menschen sich auf
diskrete, symbolische Merkmale stützen, um geometrische Formen zu
kodieren, während andere Primaten sich ausschließlich auf
kontinuierliche Wahrnehmungsmerkmale stützen", heißt es weiter in der
Studie.
Tests mit Affen und Menschen
Diese
Idee wollte ein Forschungsteam US-amerikanischer Hochschulen prüfen.
Man führte mit acht Affen und rund 150 Menschen Tests des geometrischen
Verständnisses durch. Vier der Affen waren Rhesus-Makaken, vier waren
Anubispaviane. Die Affen sollten auf einem Bildschirm zweidimensionale
geometrische Formen – Dreiecke, Vierecke und andere – richtig zuordnen
und erhielten bei erfolgreicher Lösung Snacks.
Das Zuordnen solcher Formen mag einfach klingen, gibt Studienautorin
Jessica Cantlon von der Carnegie Mellon University zu. "Es ist aber
tatsächlich ziemlich schwierig, da die Objekte keine charakteristischen
Merkmale aufweisen und es keine wesentlichen Unterschiede in Farbe,
Größe oder Form gibt." Auch für Menschen seien diese Tests nicht immer
einfach.
Hier führen Anubispaviane den Test durch.
Kinder und Indigene
Die Tests wurden
auch mit einigen Dutzend noch nicht schulpflichtigen Kindern, die sich
mit abstrakten Formen noch schwerer tun als Erwachsene, sowie mit
erwachsenen Indigenen vom Volk der Tsimane’ in Bolivien durchgeführt.
Letztere leben dort von Landwirtschaft und gelegentlichem Jagen und
Fischen. Bedeutsam für die Studie ist, dass sie keine etwa in den USA
übliche Ausbildung genießen.
"Dadurch konnten wir Alter und kulturelle Erfahrungen gewissermaßen
voneinander trennen", sagt Cantlon. "Denn wenn man versucht, etwas bei
Kindern zu untersuchen, ist es manchmal schwierig zu unterscheiden, ob
ihre Fähigkeiten entwicklungsbedingt sind oder ob sie durch Bildung oder
Erfahrung erworben wurden."
Ähnliches Verständnis
Die
Ergebnisse wurden daraufhin anhand verschiedener Modelle eingeordnet.
Eines basierte auf der Annahme, dass Affen die Formen ohne Fähigkeit zur
symbolischen Abstraktion erkennen müssen, ein anderes gestand ihnen
diese Fähigkeit zu. Es stellte sich heraus, dass alle drei Gruppen
dieselbe Herangehensweise zeigen, mit unterschiedlichen Stärken, die bei
Erwachsenen am deutlichsten ausgeprägt waren.
"Was uns überrascht hat, war nicht nur, dass Affen diese Aufgabe
bewältigen konnten", sagt Jessica Cantlon. "Es war vielmehr, dass Affen,
Kinder und Erwachsene offenbar auf im Grunde genommen dieselbe Weise
über geometrische Zusammenhänge nachdenken. Das deutet darauf hin, dass
diese Intuitionen Teil der grundlegenden Architektur des Primatengeistes
sind."
Das ist auch relevant für die Ausbildung von Kindern, betont die
Forscherin. "Geometrische Intuition ist etwas, das Menschen schließlich
in Mathematik und Naturwissenschaften umsetzen", erinnert Cantlon. "Wenn
wir also verstehen wollen, wie Kinder Geometrie lernen, müssen wir
verstehen, was sie bereits mitbringen, bevor der formale Unterricht
beginnt." Die neue Untersuchung legt laut Cantlon nahe, dass Kinder tief
verwurzelte, evolutionär alte Intuition über Form und Raum besitzen.
"Die Bildung kann auf diesen Intuitionen aufbauen, anstatt Geometrie als
etwas zu behandeln, das von Grund auf neu vermittelt werden muss."
Nota. -Die auszeichnende Fähigkeit des Homos apiens wäre also das Symboli-sieren. Aber keine Symbolisierung ohne Reflexion. Ein Lautbild oder sonst ein Zeichenan Stelleeiner Vorstellung setzen heißt nicht bloß abstrahieren, sondern zwei vollends Inkommensurable gleichsetzen. Das ist ein Gewaltakt. JE
aus derStandard.at, 19. 7. 2026 Vogelschwärme wie dieser vor dem Wattmeer Schleswig-Holsteins sind zu erstaunlich komplexem Verhalten fähig. zuJochen Ebmeiers Realien
Schwarmintelligenz
Biologe Iain Couzin: "Tiere sind besser darin, kollektive Entscheidungen zu treffen"
Der Brite Iain
Couzin erforscht Schwarmverhalten bei Tieren, Menschen und einzelnen
Zellen. Alte Vorstellungen von Schwärmen müssen seiner Ansicht nach
revidiert werden
Interview von Reinhard Kleindl
Wer jemals Ameisenstaaten oder große Vogelschwärme genauer beobachtet
hat, kann leicht ins Staunen kommen: Die Tiere sind in der Lage,
riesige geordnete Strukturen zu bilden, die für das einzelne Individuum
unmöglich zu überblicken sind, und sich wie ein eigener Organismus
verhalten. Wie das möglich ist, untersucht seit vielen Jahren der
britische Biologe Iain Couzin, der an der Universität Konstanz und am
Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie forscht. Dazu steckt er
Zebrafische in Virtual-Reality-Umgebungen, baut Schwärme aus Robotern
und wendet das gewonnene Wissen auch auf Gruppen von Menschen an. Im
Rahmen der 14. Europäischen Konferenz für Mathematische und Theoretische Biologie an der Universität Graz hielt er am vergangenen Freitag einen öffentlichen Vortrag über seine Arbeit. Der STANDARD traf ihn zum Gespräch.
STANDARD: Gerade sehr einfache Tiere wie Ameisen bilden äußerst komplexe Staaten. Wie ist das möglich?
Couzin: Wanderameisen sind ein sehr interessantes
Beispiel, weil sie einige der größten Ameisenkolonien der Welt bilden.
Sie können 20 Millionen Tiere haben, und die afrikanischen Wanderameisen
sind komplett blind. Und trotzdem können die Tiere als Kollektiv
Probleme lösen, wie Brücken mit ihren Körpern zu bauen, um Gräben zu
überwinden. Da sie dieses Problem gemeinsam lösen, konnten sie im Laufe
der Evolution die Kosten für die individuelle Intelligenz senken, denn
das Gehirn braucht sehr, sehr viel Energie, wenn man es mit Muskeln
vergleicht. Wird also das Sehvermögen nicht mehr benötigt, lässt sich
eine beträchtliche Menge an Energie einsparen. Die Wanderameisen treiben
das ins Extrem und können trotzdem als Kollektiv komplexe Aufgaben
lösen.
STANDARD: Die Gründe für Schwarmverhalten bei Tieren sind dabei nicht immer naheliegend. Können Sie ein Beispiel geben?
Couzin: Was wir bei Heuschrecken festgestellt haben,
ist, dass sie alles andere als kooperativ sind – Heuschrecken in einem
Schwarm befinden sich vielmehr auf einem Zwangsmarsch. Wenn
beispielsweise in Ostafrika Regen einsetzt, können die
Heuschreckenpopulationen immer weiter wachsen, doch sobald eine Dürre
eintritt oder die Heuschrecken die verfügbare Nahrung aufgefressen
haben, sind sie gezwungen, sich zusammenzuschließen. Und wenn sie zu
schwärmen beginnen, werden sie zu Kannibalen: Jedes einzelne Tier
versucht, das vor ihm liegende zu erwischen und dem hinter ihm liegenden
auszuweichen. Das Ergebnis davon ist, dass sie dazu neigen, die
nährstoffreichen Bereiche gewissermaßen im Gleichklang zu verlassen,
wobei sie verzweifelt um ihr Leben kämpfen.
STANDARD: Wie einfach darf ein Lebewesen sein, um noch komplexe Schwärme bilden zu können? Gibt es eine Grenze?
Couzin: Nein, nicht wirklich.
Unsere Körper sind schließlich auch Kollektive. Man braucht also nicht
einmal Tiere, um komplexes Verhalten zu erhalten. Die Interaktionen
können ziemlich einfach sein, was nicht heißt, dass die Individuen
selbst sehr einfach gestrickt sein müssen. Es ist einfach so, dass
manchmal einfache Interaktionsregeln ausreichen, auch bei Menschen. Wenn
wir uns in großen Menschenmengen befinden, sind wir uns gar nicht
bewusst, wie wir uns in Relation zu anderen verhalten. In Menschenmengen
sind wir dabei eigentlich recht vorhersehbar, weil wir gewissermaßen
auf Autopilot agieren.
STANDARD: Folgen Menschenmengen und Zellen im Körper also denselben Gesetzen? Wie universell sind diese Regeln?
Couzin: Ich glaube, es gibt einige wirklich
grundlegende mathematische Prinzipien, die all diese verschiedenen
Größenordnungen miteinander verbinden. Ob es nun um die Klebrigkeit der
Zellen geht, die dazu führt, dass sie ihre Bewegungsrichtungen
aufeinander abstimmen, oder ob es sich um etwas Kognitives handelt – wir
beobachten immer noch plötzliche Verhaltenswechsel und bestimmte
Verhaltensmuster. Trotz der Vielfalt der Interaktionen entsteht auf
einer größeren Ebene etwas Einfaches, das recht vorhersehbar ist, auch
wenn die einzelnen Einheiten selbst dies vielleicht nicht sind, wie
Aggregatzustände in der physikalischen Welt.
STANDARD: Wie hat sich unser Bild zur Bildung von Schwärmen in den vergangenen Jahren verändert?
Couzin: Als wir anfingen, uns mit Tierkollektiven zu
beschäftigen, hatten wir keine experimentellen Daten. Deshalb griffen
wir auf computergestützte Modelle zurück. Diese Modelle waren stark von
der Chemie und Physik inspiriert, insbesondere von den Wechselwirkungen,
die man zwischen Molekülen beobachtet. Sie waren also ziemlich weit von
der Biologie entfernt. Die neuronalen Netzwerke, die Informationen
verarbeiten, wurden dabei eigentlich gar nicht berücksichtigt. Als wir
begannen, die Tiere detailliert in Gruppen zu verfolgen und diese
Hypothesen zu überprüfen, fanden wir keine Belege dafür.
Schwärme bieten Fischen Schutz. Einzelne Tiere profitieren von der Intelligenz und Wahrnehmung des Kollektivs.
STANDARD: Gibt es eine bessere Erklärung?
Couzin: Vor wenigen Jahren wurden im Gehirn
Strukturen entdeckt, die Ring-Attraktor-Netzwerke genannt werden. Sie
entwickelten sich unabhängig voneinander in verschiedenen Tierarten, in
Wirbeltieren ebenso wie in Fliegen. Ich halte es für ein bemerkenswertes
Beispiel für konvergente Evolution. Dies hat uns daraufhin dazu
veranlasst, unsere Vorstellungen davon, wie kollektives Verhalten
koordiniert wird, neu zu überdenken. Wir konnten mit diesem Wissen
Experimente durchführen, um die klassischen Modelle mit dem neuen
kognitiven Zugang zu vergleichen. Und wir haben ziemlich überzeugende
Belege dafür gefunden, dass die alten Theorien falsch sind und wir den
neuen Ansatz übernehmen müssen. Viele Dinge, die wir über kollektives
Verhalten zu wissen glaubten, sind also nicht korrekt. Aber wir haben
zugleich zum ersten Mal die Möglichkeit, über abstrakte Modelle
hinauszugehen und die neuen Modelle auf neurobiologische Prinzipien und
eine neuronale Architektur zu gründen, die sich überall in der Natur
findet.
STANDARD: Viele im Kollektiv agierende Tiere
scheinen sich für die Gruppe aufzuopfern, für das große Ganze und den
Fortbestand des Kollektivs. Ist dieses Bild richtig, oder profitieren
auch einzelne Individuen?
Couzin: In der Biologie ist es äußerst selten, dass
etwas nur der Gruppe dient. Fast immer geht es um den Vorteil des
Individuums. Sie sind meist genetisch nicht eng verwandt und tun, was
gut für sie ist und was ihre Gene verbreitet. Wir haben einmal Paviane
untersucht, weil sie den Ruf haben, dass sie eine starke, auf Dominanz
begründete Hierarchie haben. Die Männchen sind dominant, und an der
Spitze steht das Alpha-Männchen. Wenn man sich Fernsehdokumentationen
ansieht, lernt man dort, dass dieses Männchen entscheidet, was zu tun
ist. Doch das erwies sich als nicht richtig. Die Gruppe trifft sehr
demokratische Entscheidungen, die es auch anderen Individuen erlauben,
vom intelligenten Verhalten der ganzen Gruppe zu profitieren. Erst wenn
eine gute Futterquelle gefunden wird, dominiert das Alpha-Männchen. Man
muss sehr aufpassen und alles aus der Perspektive einzelner Tiere
betrachten, denn egoistische Individuen können von der kollektiven
Intelligenz und Wahrnehmung einer Gruppe profitieren.
STANDARD: Sehr einfache Tiere wie Ameisen scheinen mit dem Zusammenleben viel besser zurechtzukommen als Menschen. Woran liegt das?
Couzin: Ich glaube, eine der großen
Herausforderungen für den Menschen besteht darin, dass wir evolutionär
nicht darauf ausgerichtet sind, in Großstädten oder sehr großen
Gesellschaften zu leben – insbesondere in der heutigen Zeit, in der die
Kommunikation, insbesondere die digitale Kommunikation, sehr schnell
vonstattengeht. Das ist etwas, womit wir nicht zurechtkommen. Wir haben
uns in kleinen Familiengruppen oder Clans entwickelt, in denen die
Geschwindigkeit der Kommunikation – sei es durch Sprechen, Schreiben
oder Ähnliches – relativ langsam war. Einer der Gründe, warum
Tiergruppen so klug sind, liegt darin, dass jedes einzelne Tier
gewissermaßen seine eigene Einschätzung, sein eigenes Urteil bildet und
diese dann über das soziale Gefüge zusammengeführt werden. Wir Menschen
hingegen lassen uns oft beeinflussen. Das macht es für uns viel
schwieriger, tatsächlich kluge Entscheidungen zu treffen. In vielerlei
Hinsicht sind Tiere viel, viel besser darin, kollektive Entscheidungen
zu treffen als Menschen.
Nota. - Intelligenz galt als die auszeichnende Eigenschaft von Homo sapiens. Den Tieren wurden als karger Ersatz die Instinkte zugesprochen. Dass auch ihnen mehr oder weniger Intelligenz zuzubilligen sei, hat sich in der Wissenschaft erst seit einem Jahrhundert herumgesprochen. Wenn aber kein ausgezeichneter Unterschied identifiziert werden kann, muss die Abstammung eine stetige gewesen sein, ohne Sprünge und ganz graduell. Und so erscheint der Mensch lediglich als ein besonders hochentwickeltes Tier.
So auch bei Iain Couzin, und so vergleicht er das menschliche Individuum mit dem tierischen 1:1. Doch bei der Kooperationsfähigkeit steht der Mensch auf einmal wie ein Nachzügler da, der sich in seiner selbstgeschaffenen Lebenswelt von Industrie und Handel nicht mehr ganz zurechtfindet. Doch an Intelligenz allein kann es nicht liegen, denn durch die hat er seine kulturelle Umwelt ja gerade aufgebaut...
*
Nun aber ist der Übergang von tierischer Intelligenz zu menschlicher kein bruch-loser, sondern sehr wohl ein Sprung: Allein das menschliche Gehirn reflektiert. Es schaut das, was es umgibt, nicht bloß an und zählt zusammen, was es unterscheiden kann, sondern setzt sich zu ihm und es zu sich in ein Verhältnis. Indem er unter-scheidet, was er sieht - und dass er sieht -, kann er entscheiden, was er tut.
Der Star braucht aber, um im Schwarm aufzugehen, auf sein Reflektieren nicht erst zu verzichten, denn er hat gar keins, und wenn der Mensch darauf verzichtet, er-wirbt er keine Schwarmintelligenz, sondern wird ein Schwarmidiot. Denn was ihn von Tier unterscheidet, ist nicht seine relative Intelligenz, sondern seine Fähigkeit zur Vernunft. Die kann er allerdings brachliegen lassen. JE
Das ist reine - geschrieben habe ich das Wort noch nie : - Scheiße. Suchen Sie selbst: Darin ist nicht eine einzige politische Aussage, alles nur Hetze ad hominem. Ersetzen Sie zwei, drei Wörter, und der Dreck könnte von einem Nazi stammen.
Und stellen Sie sich vor, so einer wollte in den Öffentlich-Rechtlichen - das gäb ein Theater!
[Strophe 1] Es gibt jetzt zwei Option'n, beide machen Stress Eine ab morgen schon, die andere ab jetzt Wir könn'n darauf warten, dass sie in den Parlamenten Und auf der Straße erstarken, bevor wir sie bekämpfen Und wir warten, warten, warten, das ist erstmal bequemer Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später Die andre Möglichkeit bedeutete schon heute Stress mit der Polizei und den ganz besonders Deutschen Dafür 'ne kleine Chance, das Blatt nochmal zu wenden Oder vielleicht das Schlimmste noch verhindern zu können Du weißt nicht, was du tun kannst, du weißt nicht, wie das geht Hör mir zu, ich hab' vielleicht eine passende Idee
[Refrain]
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst
[Strophe 2] Ruf erst mal ein, zwei Leute an, den'n du vertraust Auf die man sich verlassen kann und macht ein Treffen aus Ihr gründet eine Gruppe, die keinen Namen hat Kein Gründungsdatum und auch kein Verein oder so'n Quatsch Redet mit Bars und Kneipen, fragt, ob die für 'nen Abend Räumlichkeiten für 'ne Party gegen Nazis haben Ladet eure Freunde ein, ein kleines Festival DIY, Eintritt frei, sammelt auf Spendenbasis Geld Mit dem Geld, das ihr verdient, kauft ihr Dosen, um zu sprüh'n Kauft ihr Aufkleber und Marker, sorgt dafür, dass jeder sieht Ihr habt kein'n Bock auf Faschos und das hier ist eure Stadt Lasst euch nicht erwischen, schaut nach Überwachungskameras Nie ohne Handschuh, nie 'n Fingerabdruck hinterlassen Und erst recht nie film'n und niemals ein Foto davon machen Von Aktion'n nur den'n, die selbst dabei waren, erzähl'n Es geht um linke Straßenpolitik und nicht um Fame Ihr braucht Regeln für die Kommunikation Nicht nur Nazis und Konsorten, die in eurer Gegend wohn'n Auch die Sicherheitsbehörden werden sich schnell intressier'n Ihr dürft von Anfang an alles nur geheim kommunizier'n Das bedeutet, keine DMs, keine Messenger und Mails Alles, was verboten sein könnte, immer Face-to-Face Lasst das Handy zuhaus wegen Bewegungsprofil'n Und wenn sie euch erwischen, redet nicht mit ihn'n
[Refrain]
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst
[Strophe 3] Man wird sich wundern, wenn man weiß, dass in den Kern Dieser Gruppen meistens nur ein paar wenige gehör'n Eine Handvoll Leute reichen meistens aus Eigene lokale Antifa-Strukturen aufzubau'n Als nächstes müsst ihr die rechten Struktur'n recherchier'n Heimlich ihre Treffen und Demonstration'n fotografier'n Findet raus, wer sie sind, was sie tun, wo sie leben Wo sie arbeiten und findet raus, mit wem sie sich umgeben Baut Fake-Accounts bei TikTok und bei Telegram Dokumentiert alles, was sie schreiben, alles, was sie sagen Holt den Papiermüll ab, lauft ihn'n nach Zu ihren Häusern, ihren Wohnung'n, den Treffpunkten und Bars Meldet euch bei jeder Singlebörse an Irgendwie und irgendwann kommt man an jeden Nazi ran Werdet dreist, delinquent, akribisch und kreativ Stück für Stück füttert ihr so euer Antifa-Archiv Faschos leben abgeschottet, sie leben im Wahn Mit Argumenten kommt man meistens nicht mehr an sie ran Die Erfahrung zeigt, dass aber trotzdem doch etwas passiert Wenn man ihr gesamtes Umfeld kontaktiert Früher nannte man so etwas „Outingaktion“ Es hing'n Flyer und Plakate in den Vierteln, wo sie wohn'n Mit Fotos und Funktion'n, mit Nam'n und mit Adressen Niemand wird ein Nazischwein als sein'n Nachbarn möchten Das flankierte man mit ein paar Telefonaten Um ihre Schul'n, Unis, Arbeitgeber zu beraten Man wünschte ein'n guten Tag und fragte dann: „Wie Passt so etwas in eure Firm'nphilosophie?“ Helft euren Lokalzeitung'n mit Information'n Wenn sie nicht schon von selbst dahinterkomm'n Dass es Probleme gibt mit Nazis in der Stadt Vielleicht wird dann sogar die Staatsanwaltschaft wach Mit etwas Glück kriegen sie Post oder geh'n in den Knast Doch ihr wärt blöd, wenn ihr euch auf den deutschen Staat verlasst Die Erfahrung zeigt genau das Gegenteil Es gibt so viele Faschos bei der Polizei
Nota bene.
Nicht wurde verlangt, das Lied zu verbieten. Verlangt wurde, es über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verbreiten. Aber der wollte es nicht.
Ganz falsch! Eine Tautologie sagt gar nicht aus, weder wahr noch unwahr. Sie klingt bloß.
Ein Satz ist nicht nur ein Klang, sondern, wie gebildete Leute sagen, ein performa-tiver Akt. Und worin besteht die Performanz? Darin, dass sie ein Lautgebilde mit einer Vorstellung gleichsetzt; in Wahrheit sind beide ganz was Anderes. Zwischen ihnen liegt ein Abgrund, aber der Performer behauptet, dass der Abgrund so schmal ist, dass man ruhig von ihm absehen kann.
Doch ob oder ob nicht ist in fast jedem Fall strittig, und prompt scheiden sich wahr und unwahr.