Freitag, 10. April 2026

Krieg gibt es schon zwischen Schimpansen.

Die beiden Schimpansenmännchen Morton (links) und Garrison im Kibale-Nationalpark in Uganda (undatierte Aufnahme) aus Tagesspiegel, 9. 4. 2026                                                                                           zu öffentliche Angelegenheiten 

„Bürgerkrieg“ unter Schimpansen:  
Wie Nachbarn zu Feinden werden
In Uganda spaltete sich die größte bekannte Schimpansen-Gemeinschaft in zwei Lager, die sich gegenseitig töteten. Forschende haben die Eskalation über Jahrzehnte dokumentiert – und haben eine These.
 
Von Walter Willems
 
Polarisierung, gegenseitige Meidung, schließlich tödliche Gewalt: Erstmals haben Forschende über Jahrzehnte dokumentiert, wie sich eine Schimpansengemeinschaft in zwei Lager spaltet, die sich dann bekriegen. Die detaillierte Rekonstruktion dieser Eskalation

Seit 1995 beobachteten Forschende im Kibale-Nationalpark von Uganda die mit rund 200 Tieren – Erwachsene und Junge – mit Abstand größte Gruppe wildlebender Gemeiner Schimpansen (Pan troglodytes). Zum Vergleich: Alle anderen bekannten Gruppen umfassen, teils deutlich, unter 100 Tiere. Einen Grund für die beispiellose Gruppengröße nennt Roman Wittig von der Forschungsorganisation CNRS in Lyon, der nicht an der Studie beteiligt war: „Die Ngogo-Schimpansen haben von 1999 bis 2010 eine benachbarte Gruppe fast komplett ausgelöscht und viele der verbliebenen Weibchen integriert.“

Bis 2015 verzeichnete das Team um Aaron Sandel von der University of Texas in Austin innerhalb der Gruppe wechselnde Allianzen, Freundschaften und Hierarchien, wie bei anderen Schimpansengruppen auch. Den ersten Hinweis auf ein Zerwürfnis beobachtete das Team am 24. Juni 2015: Da trafen im Zentrum des Territoriums zwei Lager aufeinander – eines aus dem westlichen, das andere aus dem zentralen Areal. Dabei ergriffen die westlichen Schimpansen die Flucht, verfolgt von den anderen. „Es folgte eine sechswöchige Phase der Meidung“, schreibt das Team. „Eine so lange Meidungsphase war vorher nicht beobachtet worden.“

Alle Angriffe gingen von der kleineren Gruppe aus

Darauf folgte eine zunehmende Polarisierung: Ab 2016 starteten Männchen der westlichen Gruppe Patrouillengänge, ab 2017 reagierte das andere Lager seinerseits mit Patrouillen, erste Kämpfe folgten. Schließlich nutzten beide Gruppen separate Gebiete. „Aus dem Zentrum eines gemeinsamen Territoriums war eine Grenze geworden“, schreiben die Autoren. Die Schimpansen vermehrten sich nur noch innerhalb ihres eigenen Lagers.

2018 war die Spaltung besiegelt: Die westliche Gruppe bestand aus zehn Männchen und 22 Weibchen ab zwölf Jahren, die zentrale Gruppe aus 30 Männchen und 39 Weibchen. Danach eskalierte die Gewalt – kurioserweise gingen alle beobachteten Angriffe von der kleineren Gruppe aus.

ACHTUNG: SPERRFRIST 9. APRIL 20:00 UHR. ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 09. APRIL 20.00 UHR, VERÖFFENTLICHT WERDEN! EIN BRUCH DES EMBARGOS KÖNNTE DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER STUDIEN EMPFINDLICH EINSCHRÄNKEN. - HANDOUT - 08.04.2026, Uganda, ---: Vor der Spaltung in zwei Lager interagierten Schimpansen im Kibale-Nationalpark miteinander (undatierte Aufnahme). Erst Polarisierung, dann gegenseitige Meidung, schließlich tödliche Gewalt: Erstmals haben Forschende über Jahrzehnte dokumentiert, wie sich eine Schimpansengemeinschaft zunächst in zwei Lager spaltet, die sich dann bekriegen. (zu dpa «Bürgerkrieg» unter Schimpansen? Wie Nachbarn zu Feinden werden"). Foto: Aaron Sandel/EurekAlert/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Vor der Spaltung in zwei Lager interagierten Schimpansen im Kibale-Nationalpark in Uganda miteinander (undatierte Aufnahme).

In sieben Fällen wurde das angegriffene Männchen getötet, 2021 folgte die nächste Eskalationsstufe: Nun wurden auch junge Schimpansen zum Ziel. Bis 2024 töteten westliche Schimpansen 17 Jungtiere. Zudem verschwanden 14 weitere Schimpansen der zentralen Gruppe spurlos.

Die Entwicklung erinnert an einen Bericht der Primatenforscherin Jane Goodall aus den 1970er-Jahren aus Tansania: Dort hatten nach der Spaltung eines Verbands Schimpansen im Lauf von vier Jahren ein Weibchen und alle vier Männchen der konkurrierenden Gruppe getötet. Allerdings galt der Fall als Anomalie – auch weil die Affen teilweise gefüttert wurden.

Zunehmende Anonymisierung in der großen Gruppe

Genetische Untersuchungen deuten laut Sandel und Kollegen darauf hin, dass dauerhafte Aufspaltungen von Schimpansengruppen selten sind. In einem „Science“-Kommentar berichtet James Brooks vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen von einer Spaltung einer Gemeinschaft von Bonobos (Pan paniscus) vor fast 50 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo – allerdings ohne ausufernde Gewalt: Beide Bonobo-Gruppen koexistieren demnach bis heute.

Sandel und Kollegen heben Faktoren hervor, die zu der Gewalt beigetragen haben könnten, darunter die schiere Gruppengröße. „Mit fast 200 Individuen, darunter mehr als 30 ausgewachsene Männchen, überstieg die Gruppe der Ngogo-Schimpansen die Größe anderer Gruppen und überdehnte möglicherweise die Kapazität zur Aufrechterhaltung von Beziehungen.“

Das glaubt auch Wittig. „Bei zunehmender Anonymisierung zwischen den Mitgliedern sind andere Strukturen erforderlich, die es bei Schimpansen nicht gibt“, sagt der Direktor des Taï Chimpanzee Projects an der Elfenbeinküste.

Beobachtung widerspricht Theorien zu Ursachen von Kriegen

Auch das Team um Sandel hebt die Bedeutung persönlicher Verbindungen zwischen den Lagern hervor: Kurz vor der Spaltung, 2014, waren sechs ausgewachsene Schimpansen gestorben. Möglicherweise hätten die Todesfälle die sozialen Bande zwischen Untergruppen geschwächt. Und Anfang 2017 starben 25 Schimpansen, davon 14 ausgewachsene Tiere, bei einer Epidemie. Eines der Männchen war in der westlichen Gruppe eines der letzten Tiere, das noch Kontakte zur anderen Gruppe unterhielt. Sein Tod könnte die Eskalation beschleunigt haben, heißt es.

„Im Fall der Ngogo-Spaltung wurden Individuen, die zusammen gelebt, gefressen, sich gepflegt und patrouilliert hatten, zum Ziel tödlicher Angriffe wegen ihrer neuen Gruppenzugehörigkeit“, schreiben die Autoren. „Dies unterstreicht, dass Schimpansen einen Sinn für Gruppenidentität haben, der über Vertrautheit oder deren Fehlen hinausgeht.“

Die Beobachtung widerspreche gängigen Theorien zu Ursachen von Kriegen bei Menschen, die demnach von kulturellen Faktoren wie Sprache, Religion, ethnischer oder politischer Zugehörigkeit abhängen. Wenn man sich auf solche kulturellen Faktoren konzentriere, übersehe man grundlegende soziale Prozesse, die menschliches Verhalten prägten und die es auch bei den nächsten Verwandten des Menschen gebe.

Was Menschen daraus lernen können

Lassen sich die Erkenntnisse auf Menschen übertragen? Der Experte Wittig betont, dass Schimpansen und Bonobos nicht nur die nächsten lebenden Verwandten des Menschen sind. Sie seien sogar enger mit Menschen verwandt als mit Gorillas. Daher seien Erkenntnisse zu ihrem Verhalten grundlegend, „um zu verstehen, wo wir herkommen“. Menschen könnten daraus lernen, betont auch Erstautor Sandel: „Möglicherweise finden sich Gelegenheiten für Frieden in den kleinen, täglichen Handlungen von Versöhnung und Begegnung zwischen Individuen.“

 

Nota. - Wurde der Krieg also doch nicht erst endemisch sei Sesshaftigkeit, Land-nahme und Ackerbau? 

Bei Schimpansen nicht: Die sind keine Vaganten wie unsere Vorfahren - und wur-den nie zu Ackerbauern. Ihr Krieg entstand anders; allerdings ist er unter ihnen auch nicht endemisch - und das ist es, worum es beim Vergleich mit dem Menschen geht.
JE  

 

Donnerstag, 9. April 2026

Darwin und Lamarck.

  Vogelhirn                                    zu Jochen Ebmeiers Realien   

Der weltanschaulich ausschlaggebende Unterschied zwischen der Lamarck'schen und der Darwin'schen Evolutionslehre war der: Die eine ließ sich mit einem Plan der Natur, nämlich einem intelligenten Designer, vereinbaren, die andere nicht. Aus diesem Grund wurde die eine heftig bekämpft und die andere vorgezogen; heute ist die eine die grosso modo einzig wissenschaftlich akzeptierte und die andere im Papierkorb verschwunden und die neue Epigenie lediglich ein später Coup de chapeau des Jüngeren vor dem Älteren.

Die Evolution geschieht also nicht durch aktive Anpassung, sondern passiv durch natürliche Selektion und namentlich Zuchtwahl.

Noch immer aber kann man den Akzent mehr auf die eine oder mehr auf die andere setzen. In einem Fall wäre alles bloßer Zufall; im andern aber läge eine treibende Kraft bei... nein, nicht bei Männern oder Frauen, sondern bei den vorfindlichen Lebensumständen. Die haben zwar keinen Einfluss auf die Mutationen, die im gegebene Fall die irregulären Eigenschaften des einen Individuums gegenüber den regulären Eigenschaften der andern Individuen privilegieren; aber sie sind der Antrieb, der den einen Außenseiter herausfordert, seine Besonderheit zu kultivieren statt zu verstecken - und die alle andern anstachelt, ihm nachzueifern. So bekommt die Evolution im Rückblick eine Richtung; zwar mal diese und mal jene, aber keine ist reiner Zufall, in den man sich nur resignierend ergeben kann, sondern fordert ein Urteil heraus.

*

Was hat das mit dem Vogelhirn zu tun? Dieses: Dass es wenig Aufklärung bringt, nach denjenigen Veränderungen zu suchen, die die Entwicklung zum Bewusstsein bewirkt haben könnten. Denn da war alles noch mehr oder weniger... Zufall. Irgend wirk sam - und sei es nur im Beschleunigen der einen oder im Behindern einer andern Entwicklung - ist nur das Bevorzugen dieser und das Ablehnen jener Möglichkeit. So kommt Sinn in das Geschehen.

Der springende Punkt: das Gehirn schafft sich selber; auf den Schultern tausender Generationen zwar und nicht dem Belieben der Individuen anheimgegeben. Aber es kann eine Gruppe von Zellen für die Bewältigung dieser oder jener neuen Herausforderung abstellen und nach und nach spezialisieren. Das Knochengerüst ist orthodox darwinistisch. Aber das Gehirn kokettiert mit Lamarck.
18. 8. 22 



Mittwoch, 8. April 2026

Logik und Mechanik, oder begreifen und verstehen.

 Tinguely, Éloge de la Folie                                      zu Philosophierungen
 
Verstehen kann ich ein Handeln: indem ich die Veränderung, die ich beobachte, auf einen vermuteten Zweck beziehe - und den Zweck dem Veränderer zurechne. Eine Maschine kann ich nur per Analogie verstehen: indem ich ihr die Absicht ihres Kon-strukteurs beimesse.

Anders als ein lebendes Subjekt, kann ich eine Maschine begreifen: indem ich die Veränderungen, die ich an ihr beobachte, einem Komplex von Ursachen und Wir-kungen zurechne. Per Analogie begreife ich ein Gedankengebäude, indem ich es in einen Komplex von Begriffen und Operationen zergliedere. Die Analogie von Lo-gik und Mechanik ist das offene Geheimnis des westlichen Denkens; alias der Ver-nunft.

Anders wäre die Vorstellung, menschliches Denken maschinell zu imitieren, gar nicht möglich geworden. Was die künstlich-intelligente Black Box getan haben muss, könnte ich daher begreifen - an dem, was sie mir liefert. Verstehen könnte ich es gar nicht wollen, denn dazu müsste ich ihr Zwecke und Absichten unterstellen, die sie gar nicht haben kann, weil sie nicht wie wir in der Welt ist. Doch kann ich ihr nicht dabei zuschauen, wie sie etwas tut - und kann es mir nicht einmal vorstellen.

Nachrechnen kann ich ihre Operationen nicht, weil ich gar nicht weiß, wie sie ver-fährt. Ich kann es nicht einmal, Schritt für Schritt rückwärtsgehend, analysieren: Ich weiß ja gar nicht, welcher ihr letzter Schritt gewesen ist, bevor sie mit ihr Ergebnis ausgespuckt hat. Und wenn ich es könnte, wäre das Verfahren so zeitraubend, dass ich auf ihren Einsatz achselzuckend verzichten müsste. Es ist wie in der experimen-tellen Wissenschaft: Ein Versuch, den ich nicht wiederholen  kann, beweist nichts.

Abstrakte Formen helfen überhaupt nicht: 'Ist das System hinreichen komplex, kann nur es selbst sich steuern.' Aber was heißt 'hinreichend komplex', genauer: Wer beurteilt das? Man möchte meinen, der Satz gilt überhaupt nur für unser Denken: Kein System ist komplexer als das menschliche Hirn, darum kann keine Maschine es steuern. Umgekehrt: Jede Maschine ist prinzipiell durch menschliche Gehirntätigkeit steuerbar. Hat der Satz noch praktischen Belang? Am äußersten Ende schon: 'Das schaffen wir nie' ist grundlos. So viel zum Ersten Satz.

Der Zweite Satz entwertet ganz den Dritten Satz: Um ein komplexes System voll-ständig zu beschreiben, muss ich es vollkommen verstehen. Das kann ich aber nur, wenn es dümmer ist als ich. Doch dann gibt es keinen Anlass, es 'durch Formali-sierung vereinfachen' zu wollen.

Durch Formalisierung kann man gar nichts vereinfachen, jedenfalls keinen opera-tiven Vorgang. Denn der besteht nicht aus der Abfolge einzelner Schritte. In der Schule lernten wir das Modell eines Otto-Motors kennen. Man konnte zusehen, wie er arbeitet - unter der Voraussetzung, dass man eine arbeitende Energie von außen hinzufügt: Man dreht an einer Kurbel, die gehörte zum Modell. Aber nicht die Kraft, die das Modell überhaupt erst zu einem Modell von Etwas macht.

Nun wäre aber die Kraft auch nur eine Formalie, würde sie nicht in eine Richtung eingesetzt. Und die kann nur eine Absicht sein: ein Wille. Der lässt sich aber schlechterdings nicht formalisieren - nicht in Begriffe zerlegen -, sondern nur an-schauen bei seiner Tätigkeit. Nur analog, nicht digital - und da schließt sich der Kreis: Digitalität ist kein Accessoire von Künstlicher Intelligenz, sondern ihr We-sen. Wenn man also das innere Funktionieren der Black Box doch einmal voll-ständig beschreiben könnte, würde man dennoch nichts an ihr verstehen - weil sie keine Zwecke hat, die sie selber verstehen müsste. Sie könnte uns sicher eine Liste drucken, aus der hervorgeht, wie sie's macht. Aber was sie macht, könnte sie uns nicht sagen, weil sie's nicht weiß.
Kommentar zu Wie und was, oder begreifen und verstehen JE, 22. Juli 2023

 


Dienstag, 7. April 2026

Was kann man verstehen?

                                                                 zu Philosophierungen

Eine Handlung verstehen heißt verstehen, was sie bedeutet. Sie bedeutet die Ab-sicht, der sie dient - mit Erfolg oder ohne. Stelle ich mir vor, ich hätte sie selber begangen, kann ich mir - mit ein wenig Einbildungskraft - vorstellen, was ich ge-wollt haben müsste. Die Voraussetzung: Der Handelnde ist ein Wollender wie ich. Er konnte frei wollen, und das kann ich so wie er.

Für mich ist die Handlung bestimmt durch den ihr zugrunde liegenden Willensakt. Den muss ich verstehen, das ist eine intellektive Leistung. Beurteilen, ob die Hand-lung in ihrer Wirkung den Willensinhalt getroffen oder verfehlt hat, ist demgegen-über eine mechanische Verrichtung, so, als ob ich einen Zollstock daranhielte; ich muss nur die Differenz messen.
 
Vorausgesetzt ist ein freier Wille, etwas anderes ist nicht verstehbar. Nicht nur kann es nicht verstanden werden, sondern muss auch nicht. Angenommen, ein Tier han-delt stets nur aus seinem genetisch angelegten Handlungsrepertoire, so muss es die Situationen, in denen sein neuronaler Apparat reagiert, nicht verstehen; es reagiert so wie so. Sogenannte* Spiegelneurone mögen ihm helfen, die gegebene Situation präziser wahrzunehmen. Doch nach welchem Sinn (=Absicht) könnten sie suchen? Wonach es nicht sucht, wird es nicht finden.
 
Bei den Tieren gibt es einen verstehbaren Willen nicht. Allerdings wird er uns Men-schen auch nicht über Nacht von den Bäumen auf den Kopf gefallen sein. Die Auf-richtung unserer Vorfahren auf zwei Beine, die Befreiung des Kopfes und der Hän-de mag vieles in Bewegung gesetzt haben. Doch eine gewisse neuronale Grundlage wird schon dagewesen sein. Dass sich in Affenhirnen mancherlei vorbereitet hat, ist zu vermuten. Aber sie sind auf den Bäumen geblieben und haben nichts daraus ge-macht.
 
Allerdings sind heutige Affen nicht unsere Vorfahren. Sie stehen unseren gemein-samen Ahnen zeitlich so fern wie wir. Was deren Großeltern mal konnten, mag inzwischen verkümmert sein, denn - sie haben nichts draus gemacht.
*) nach wie vor rein hypothetische 
23. 5. 19 
 
 
Nota. Das obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE

Die Mitte Europas.

 Tagesanzeiger                                                                     zu öffentliche Angelegenheiten

Deutschland liegt mitten in Europa – geografisch, historisch, mental. Wenn Sie auf dem Brocken stehen und dieselben Fragen nach Westen und nach Osten stellen, merken Sie, dass dieses Land die Mitte ist, durch die die Bruchlinien laufen. Denn man bekommt jeweils ganz andere Antworten. Deutschland muss es hinkriegen, wenn Europa zusammenbleiben soll...

Reiner Haseloff in welt.de, 6. 4. 2026

 

                

Resteverwertung.


Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Montag, 6. April 2026

Naturgesetz und Ideenlehre.

 Arcimboldo                            zu Philosophierungen

Die Idee von Naturgesetzen wirkt auf die Forschung eher vernebelnd als aufklä-rend. Ein Gesetz gilt immer und ohne Ansehen der Person. Andernfalls wäre es ein Privileg, das wiederum gilt nur für bestimmte Personen. In der Natur sieht es dage-gen so aus, dass jede Regel, die die Evolution einmal hervorgebracht hat, den Orga-nimus anregt, nach Wegen zu suchen, wie er sie umgehen kann. Hat er diese glück-lich herausgefunden, sind die Auswege selber zu Regeln geworden - die, wie unsere Schulweisheit lehrt, durch allerlei Ausnahmen immer wieder nur bestätigt werden.
8. 2. 21 

Die Idee von Naturgesetzen ist nicht aus naturkundlicher Forschung entstanden, sondern aus metaphysischer Spekulation. Sie stammt von Galileo Galilei, er ver-stand, dass aus bloßem Zusehen keine Einsicht erwächst, sondern dass mathema-tische Konstruktion den Wag zu Forschungshypothesen öffnen müsse. Ausdrück-lich berief er sich auf Platos Hochschätzung der Mathematik, und deutete dessen Ideen-Lehre zur Vorstellung von ewigen Naturgesetzen um - darstellbar in mathe-matischen Formeln.

 

Krieg gibt es schon zwischen Schimpansen.

  aus Tagesspiegel, 9. 4. 2026                                                                                           zu   öffentliche...