Donnerstag, 29. Oktober 2026

Ein historischer Moment.

 Th. Herzl                                                      zu öffentliche Angelegenheiten

Dass Netanjahu nicht länger israelischer Regierungschef wäre, würde die Diplo-matie verändern.

Dass aber an der Regierung Kräfte beteiligt würden, die ausdrücklich keine Zi-onisten sind, würde die Weltlage verändern.

 

 

Eine ganz große Koalition des Öffentlichen Diensts.

                                            zu öffentliche Angelegenheiten

Die ganze Republik lacht über - nein: schämt sich ihrer Hauptstadt. Ein Projekt in Berlin? Um Himmels willen - nicht schon wieder!

Weil die Berliner blöde sind? Vielleicht auch das; aber hauptsächlich, weil in Berlin kein Weg an dem mafiös versippten Öffentlichn Dienst vorbeiführt.

Und zu allem Überfluss wollen die drei Parteien, die mehr als alle andern den Öf-fentlichen Dienst im Abgeordnetenhaus repräsentieren, den Stadtstaat regieren, der zugleich Deutschlands Hauptstadt ist.

Die einzigen, die noch nicht zum Klüngel gehören, sind die 'Linken' in Neukölln; aber das soll sich ja nun ändern.  

 

So kam die Neolithische Revolution nach Europa.

 
aus derStandard.at, 29. 10. 2026                            Amzabegovo                                      zu öffentliche Angelegenheiten

Amzabegovo: 
Eine der ältesten Siedlungen Europas gibt neue Geheimnisse preis
Ausgrabungen in Nordmazedonien zeigen, wie sich sesshafte Gemeinschaften vor rund 8300 Jahren entwickelten und welche Verbindungen sie zu anderen Regionen hatten

Die Suche nach ergiebigen archäologischen Fundorten für die Erforschung der ältesten sesshaften Gruppen in Europa hat eine Gruppe von Expert:innen des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im letzten Jahrzehnt nach Südosteuropa geführt. Dort sind verschiedene neue und bereits bekannte Fundorte im Fokus, die mit interdisziplinären Methoden ausgegraben und erforscht werden.

Eine zentrale Rolle für die Ausbreitung dieser ersten sesshaften Gruppen ist mit der Etablierung des Neolithikums (Jungsteinzeit) verbunden, das vor rund 8.300 Jahren auf dem Balkan beginnt. Eine besondere Rolle bei der Ausbreitung dieser völlig neuen Lebensweise in erstmals permanenten Siedlungen auf Basis neuer ökonomischer Grundlagen mit Getreideanbau, Herdenmanagement und Viehzucht spielen die Flusskorridore zwischen der Ägäis und dem Donauraum. Entlang dieser Süd-Nord-Achse verbindet die Vardar-Morava-Route die Mittelmeerkulturen mit dem kontinentalen Europa. Nach der Entdeckung einer der ältesten Siedlungen aus dieser Periode im Süden Serbiens an der Morava (Svinjarička Čuka), wurden die Forschungen weiter ausgedehnt, um die Hypothese der Ausbreitung an anderen, potenziell älteren Fundorten weiter südlich zu testen. 

Der in der Forschung bereits länger bekannte neolithische Fundort Amzabegovo in Nordmazedonien liegt am Fluss Vardar und wird seit 2019 von Darko Stojanovski ausgegraben. Die Ausgrabungen sind Teil eines langfristigen Forschungsvorhabens, das sich mit der Entwicklung der neolithischen Gesellschaften und ihrer Einbindung in die kulturellen Netzwerke Europas im 7. und 6. Jahrtausend v. Chr. befasst. Die Schichtenabfolge, Datierung und Funde aus Amzabegovo spielten im 20. Jahrhundert eine zentrale Rolle bei der archäologischen Definition und unserem Verständnis der neolithischen Epoche auf dem Balkan.

Eine Siedlung mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte

In ihrer größten Ausdehnung umfasste die Siedlung mehr als 20 Hektar und war damit eine der größten bekannten neolithischen Siedlungen in Südosteuropa. Besonders bemerkenswert ist der Zeitrahmen ihrer Entwicklung: Die bislang frühesten Funde stammen aus einer Zeit vor etwa 8.300 Jahren. Die Siedlung bestand bis vor etwa 7.000 Jahren, bevor sie nach und nach aufgegeben wurde. In den Ausgrabungen wurde eine Schichtenabfolge von mindestens siebzehn Bauphasen freigelegt. Amzabegovo steht demnach für dreizehn Jahrhunderte – oder mehr als 50 Generationen – mit einer kontinuierlichen soziokulturellen Entwicklung.

Im Laufe ihrer Entwicklung war Amzabegovo in mehrere Wohngebiete unterteilt, die durch ein Wegesystem miteinander verbunden waren, und wurde an der Nordseite von Gräben umschlossen, wie die geophysikalischen Untersuchungen gezeigt haben. Die Geschichte dieses Fundplatzes endete nicht mit der Jungsteinzeit. In der Römerzeit wurde auf den neolithischen Überresten eine große villa rustica – ein landwirtschaftlicher Gutshof, bestehend aus mehreren Gebäuden und einem Wasserversorgungssystem – errichtet.

Neue Ausgrabungen im südlichen Teil der Siedlung

Im Juli 2026 konzentrierten sich die mazedonisch-österreichischen Ausgrabungen auf die letzte Phase des Neolithikums im südlichen Teil der Siedlung. Die freigelegten Überreste beleuchten eine bisher ungeklärte Phase des Niedergangs, in der das Wohngebiet schrumpfte oder sich verlagerte und zuvor als Wohnfläche genutzte Bereiche vorwiegend für wirtschaftliche Zwecke genutzt wurden. Insgesamt wurden 28 Gruben unterschiedlicher Form, Größe und Funktion freigelegt. Viele scheinen zur Lagerung von Lebensmitteln oder zur Gewinnung von Lehm für Bauten genutzt worden zu sein. Einige der Gruben wurden direkt in die massiven Bodenkonstruktionen früherer Gebäude eingegraben.

Obwohl diese Gruben die frühere Architektur beeinträchtigten, sind sie für die Forschung besonders wertvoll. Sie haben archäologisches Material bewahrt, das wichtige Informationen über die materielle Kultur der letzten Phase der Siedlung liefert – einer Zeit, die bislang zu den unerforschten Perioden zählte. 

Menschliche Überreste und neue Analysen

Bei den Ausgrabungen wurden auch menschliche Überreste entdeckt. Sie stammen wahrscheinlich aus Bestattungen, die in der Römerzeit teilweise zerstört wurden.

Teile des 2026 in Amzabegovo entdeckten Fundkomplexes von Steinäxten

Die Überreste werden nun bioarchäologischen Analysen unterzogen. Damit sind neue Aussagen zum Alter und biologischen Geschlecht der Individuen sowie zu ihrer Gesundheit und Ernährung zu erwarten.Ein seltenes Objekt aus den frühesten Phasen

Ein Tiefschnitt bot zudem die Gelegenheit, Überreste aus den frühesten Phasen der neolithischen Siedlung zu untersuchen. Die Ausgrabungen brachten Lehmbauten mit sorgfältig angelegten Fußböden aus einer Mischung aus gelbem Lehm und Sand zum Vorschein.

Zu den Funden zählen Keramik, Artefakte aus Knochen und Stein sowie landwirtschaftliche und handwerkliche Werkzeuge. Zudem wurden Hinweise auf die symbolischen und spirituellen Aspekte der Gemeinschaften gefunden, die diese Siedlung vor rund 8.300 Jahren gegründet hatten.

Ein besonders bemerkenswerter Fund ist ein Gefäß aus Stein. Solche Objekte sind im neolithischen Kontext auf dem Balkan äußerst selten. Dieses Exemplar deutet auf Verbindungen zur Ägäis und nach Anatolien hin.

Forschung durch internationale Zusammenarbeit

Die aktuellen Untersuchungen knüpfen an eine lange Geschichte archäologischer Forschungen in Amzabegovo an. Josip und Laura Korošec von der Universität Ljubljana führten 1960 erste Ausgrabungen durch. In den Jahren 1969–70 wurden die Forschungen von Marija Gimbutas von der University of California, Los Angeles, und Milutin Garašanin von der Universität Belgrad fortgesetzt. Seit 2019 leitet Darko Stojanovski in Kooperation mit dem Nationalmuseum Sveti Nikole und der Goce-Delčev-Universität die Ausgrabungen, in die seit 2024 auch Barbara Horejs vom Österreichischen Archäologischen Instituts als Co-Direktorin des Projekts eingestiegen ist.

Die Feldforschungen bringen Experten und Studierende aus verschiedenen Ländern zusammen. Auch die lokale Bevölkerung von Amzabegovo ist eingebunden und spielt eine wichtige Rolle. Die internationale "Birth of Europe (BEAM)"-Sommerschule bindet weitere internationale Studierende ein, die in Zusammenarbeit mit der Balkan Heritage Foundation und der Goce-Delčev-Universität in Štip organisiert wird. In Zukunft sollen auch Studierende der Universität Wien bei den Ausgrabungen in interdisziplinärer und internationaler Archäologie ausgebildet werden.

Amzabegovo wird damit nach und nach zu einer internationalen Forschungsplattform zur Urgeschichte des Balkans ausgebaut. Es verbindet Feldforschung mit moderner wissenschaftlicher Analytik und multi-disziplinärer Auswertung und bietet Ausbildungsmöglichkeiten für eine neue Generation von Archäolog:innen. Unser Ziel ist die Entwicklung dieses Schlüsselfundorts für das Neolithikum in Europa besser zu begreifen und seine Rolle charakterisieren zu können. (Darko Stojanovski, Barbara Horejs, 29.10.2026)

 

Freitag, 23. Oktober 2026

Erich Engel im Ungarnaufstand.

Schwarz-weißes Foto von Menschenmenge, von oben fotografiert. 
aus derStandard.at, 22. 10. 2026          Diskussionsveranstaltungen zogen 1956 in Ungarn viele Neugierige an. Hier musste in Budapest am 27. Juni die Diskussion mittels Megafons in den Hof übertragen werden.              zu öffentliche Angelegenheiten

Ungarn 1956: Ein Moment der Hoffnung
Erich Lessings Fotografien prägen das visuelle Gedächtnis des Ungarnaufstandes. Sie zeigen aber nicht nur Gewalt, sondern auch Hoffnung

 

Ragebait.

                                  zu Geschmackssachen

Das fette haarige Schwein ist Provokation genug. 

 

 

Ohne Worte.

                zu öffentliche Angelegenheiten 

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Kinder haben kein höheres Selbstbewusstsein als Erwachsene, sondern ein unbefangeneres.

Ein Kind zeichnet mit einem orangefarbenen Stift auf Papier. Daneben stehen gelbe Becher mit Farbstiften. 
aus derStandard.at, 21. 10. 2026    Kinder haben keine Hemmungen bei kreativen Tätigkeiten.      zu Levana, oder Erziehlehre

Kindliches Selbstbewusstsein
Kinder sind doch nicht kreativer als Erwachsene
Eine neue Studie aus Graz bescheinigt Kindern weniger Versagensängste als Erwachsenen. Kreativer macht sie das aber nicht
 
Ein weit verbreiteter Glaube besagt, dass Kinder kreativer sind als Erwachsene und wir einen Teil unserer Kreativität beim Erwachsenwerden einbüßen – etwa durch das Schulsystem. Doch eine neue Studie im Fachjournal PLOS One zeichnet ein anderes Bild: Erwachsene sind demnach kreativer als Vorschulkinder. Wie beide ihre Tätigkeit wahrnehmen, ist aber stark unterschiedlich.

Der Frage nach der Entwicklung von Kreativität widmete sich ein Team vom Creative Cognition Lab an der Universität Graz unter der Leitung von Mathias Benedek. Man nahm gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus München, Louvain und New Haven das kreative Verhalten von Vorschulkindern und Erwachsenen anhand einer Reihe von kreativen Aufgaben unter die Lupe.  

Die Gruppen von 92 Vorschulkindern und 70 Erwachsenen sollten sich unter anderem in drei Minuten alternative Verwendungszwecke für eine einfache Blechdose überlegen oder in acht Minuten ein Fantasietier zeichnen. Dann hatten sie noch acht Minuten Zeit, um mit Buntstiften frei auf weißem Papier zu zeichnen, was ihnen gerade einfiel. Anschließend wurden alle Teilnehmenden gebeten, ihr Selbstvertrauen, ihre Versagensangst und ihre Freude an den absolvierten Aktivitäten zu reflektieren.   

Die Gutachter bewerteten die Schöpfungen, ohne zu wissen, von wem sie stammten. Wie sich zeigte, haben sie über die Aufgaben hinweg die Ideen und Werke der Erwachsenen als neuartiger, effektiver und kreativer eingestuft. In der subjektiven Beurteilung schnitten die Vorschulkinder besser ab: Sie zeigten mehr Freude an den Aufgaben, gaben eine höhere Motivation und weniger Angst an als die erwachsenen Probanden. Diese gaben messbar mehr Versagensangst und ein deutlich geringeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten an. Über drei Viertel der erwachsenen Teilnehmenden schätzten die Kinder fälschlicherweise als kreativer ein.

Zielgerichtet

"Erwachsenen ist es wichtiger, wie andere ihre Ideen beurteilen könnten. Sie schätzen ihre eigene Kreativität vielleicht realistischer ein, aber diese Selbstüberwachung kann auch Sorgen vor einer Bewertung mit sich bringen – und diese Sorge kann den freien Fluss von Ideen hemmen", so der Grazer Kreativitätsforscher Mathias Benedek, der an der Uni Graz das neurokognitive Zusammenspiel im Gehirn untersucht.

Er zeigte sich überrascht, "wie viel Freude die Kinder an den Aktivitäten hatten, besonders wenn es kein klares Ziel gab. Auf der anderen Seite bevorzugten Erwachsene ein klares Ziel, auf das sie hinarbeiten konnten. Ich habe mich auch gefragt, ob Erwachsene einfach effektivere Ideen haben und Kinder originellere. Aber Erwachsene produzierten auch originellere Ideen. Zum Beispiel erfanden Erwachsene höchst ungewöhnliche Fantasietiere, während viele Kinder einhornähnliche Wesen zeichneten."

Enthusiasmus bei Kindern

Dass uns Kinder dennoch kreativer vorkommen, erklärten die Forschenden mit ihrem Enthusiasmus und Selbstvertrauen in Bezug auf Kreativität. Es verhalte sich ähnlich wie beim Sport: Als "sportlich" nehmen wir oft jene Personen wahr, die sich regelmäßig bewegen, und nicht zwingend jene, die am Ende Medaillen gewinnen. Das spiegelte auch die Auswertung der Studie wider: Die teilnehmenden Kinder gaben an, sich einmal pro Tag kreativ zu betätigen, im Gegensatz zu den Erwachsenen, die ihre Kreativität einmal wöchentlich verorteten.

Kinder haben übrigens keine Vorurteile gegenüber anderen Altersgruppen. Sie halten Erwachsene und andere Kinder in etwa für gleich kreativ. Das Forschungsteam will klären, wie es zu dem angeknacksten Selbstbewusstsein bei Erwachsenen kommt.  

 

Nota. -  Kein Erwachsener wird die die Zeichnung eines Einhorns originell finden, sondern längst-schon-dagewesen. Man müsste eher erwarten, dass sie 'kreativer' wä-ren, weil sie schon Vieles gesehen haben und nach dem Ausgefallenen suchen. Wa-rum sind sie aber nicht kreativer, sondern unsicherer? Weil sie alle andertalb Jahr-zehnte lang pädagogischer Inobhutnahme unterzogen wurden. (red, APA)
JE 

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