
Ebmeiers Umtriebe.
Donnerstag, 23. April 2026
Das Phänomen.

Wenn ich den Kritikern glauben kann, ist der Film noch etwas banaler, als ich befürchtet habe. Ich werde ihn mir nicht ansehen. Ich glaube und wollte auch gar nicht, dass er meinen Blick auf das Phänomen Michael Jackson verändern kann. Allen, die ihn gesehen haben, empfehle ich, mein Buch zu lesen.
Und allen Andern empfehle ich es auch. Es steht frei im Internet.
Jochen Ebmeier
Bernini, ein barocker Expressionist.
Extase der Hl. Teresa
aus welt.de, 22. 4. 2026 zu Geschmackssachen
Von Boris Pofalla
Der 2024 berufene Museumsdirektor Thomas Clement Salomon weiß, wie man mit den Hochkarätern des römischen Barock die Massen anlockt. Die von ihm co-kuratierte Ausstellung „Caravaggio“ zog vergangenes Jahr 450.000 Menschen in den Palazzo Barberini, das sind dreitausend am Tag – und damit sehr viel mehr, als der Palast mit seiner Altmeistersammlung normalerweise empfängt. Am Ende blieb sie mit ihren hochkarätigen Leihgaben aus aller Welt bis Mitternacht geöffnet. Dabei half auch ein Glücksgriff: Ein neu identifiziertes Gemälde von Caravaggio konnte für das Museum erworben werden. Das Porträt des Maffeo Barberini (um 1600) kam aus einer florentinischen Privatsammlung. Es gehörte bis 1930 der Familie Barberini, wurde dann verkauft und von der Öffentlichkeit vergessen.
Nun landet es wieder dort, wo der Porträtierte im 17. Jahrhundert Hof hielt und seine fantastische Kunstsammlung unter ebenso fantastischen Deckengemälden präsentierte. Zwei Jahre hat man gebraucht, um den Kauf einzufädeln, erzählt Salomon im neu hergerichteten Gartenpavillon des Palazzo. Dafür ist nun eines von nur einer Handvoll Porträts des weltbekannten Malers überhaupt wieder in öffentlichem Besitz. Maffeo Barberini, auf dem Bild noch im einfachen Priesterhabit dargestellt, war der erste und vielleicht wichtigste Mäzen von Gian Lorenzo Bernini.
Zwar hat der Barockkünstler für insgesamt acht Päpste gearbeitet, aber es war der spätere Urban VIII. Barberini, der sein künstlerisches Talent als erster voll realisierte und für seine eigenen Zwecke einsetzte. Der Ankauf des Caravaggio-Porträts hat 30 Millionen Euro gekostet – und wäre noch wesentlich teurer geworden, erklärt Salomon, hätte es sich dabei nicht um italienisches Kulturgut gehandelt, das man eben nicht ins Ausland verkaufen darf. Auf dem internationalen Kunstmarkt wäre für einen Caravaggio ein Betrag jenseits der 100 Millionen Euro nicht unrealistisch gewesen – und damit unmöglich aufzubringen für ein öffentliches Haus.
Auch wenn man den Namen Maffeo Barberini vorher noch nicht gehört hat – die meisten von uns kennen, was er in Auftrag gab: den spektakulären Bronzebaldachin über dem Altar im Petersdom. Das Barberini-Familienwappen mit den drei Bienen findet sich nicht nur dort, sondern auch an Mauern, Kirchen, Brunnen und Plätzen in der Stadt, etwa am Tritonen- und am Bienenbrunnen der Piazza Barberini. Es ist die Beziehung zwischen dem jungen Künstler Bernini und dem hoch ambitionierten Kleriker und Kunstfanatiker, die in dieser Schau mit siebzig Werken im Mittelpunkt steht. Die Macher von „Bernini e i Barberini“ konnten Bernini-Werke aus so berühmten wie aus fernen Sammlungen zusammentragen – inklusive einiger Überraschungen.
Der Heilige Sebastian aus der Pfarrkirche Saint-Martin in Jouy-en-Josas etwa galt lange als Werk des französischen Bildhauers Pierre Puget (1620–1694). Über die Provenienz dieser Marmorskulptur ist wenig bis nichts bekannt, doch seit 2022 gilt der in einer ungewöhnlich gestreckten Körperhaltung an einen Pfahl gebundene Heilige als Bernini-Schöpfung. Es passt auch. Die Plastik ist aus Stein, hat aber nichts Statisches. Der linke Ellbogen ragt am Ast entlang in den Himmel, der rechte Arm am selben Baum zu Boden.
Die Körper der mythologischen und der biblischen Figuren in Berninis Werk sind immer physisch plausibel und nachvollziehbar. Die Haut am Bauch Sebastians, die sich in der verrenkten Stellung in Falten legt, beruht auf einer genauen Beobachtung menschlicher Physiognomie, ebenso die angespannten Beine, weil der Heilige in einer extrem unbequemen Position den Pfeilen ausgesetzt wird. Dieser zugleich messerscharfe und einfühlsame Blick für die Interaktionen von Physis und Empfindung gilt schon für das Frühwerk des Künstlers, wie bei „Knabe auf einem Drachen“ von 1617 aus dem Getty Museum.
Bernini behandelt den Knaben und das Fabeltier, als wären es ganz reale Wesen. Das Kleinkind hat keine Angst vor dem kleinen Ungeheuer, es packt mit seiner kleinen Hand spielerisch-brutal den krokodilhaft schmalen Unterkiefer und lächelt selig – fast bekommt man Mitleid mit dem Drachen. Die Gemeinschaftsarbeit mit Berninis Vater Pietro steht am Beginn eines Ausstellungsparcours von siebzig Arbeiten. Dass der Drache später als Geschenk des Papstes an Karl V. überreicht wurde, zeigt, wie schon Berninis erste Übungen zum Teil einer Repräsentations- und Machtpolitik durch Kunst wurden.
Sein erstes eigenes Meisterwerk im gleichen Saal ist aus den Uffizien gekommen: der Heilige Laurentius von Rom auf einem marmornen Eisenrost über Flammen aus Marmor. Wie die Flammen sich um die Streben winden, wie tief Bernini den Stein aushöhlt, um ein kaltes Feuer zu schaffen – das ist schon eine echte Konkurrenz für die Malerei, die doch eigentlich viel besser prädestiniert ist, unterschiedliche Materialien darzustellen. Dass Bernini auch als Maler zu Großem in der Lage war, beweist nicht zuletzt das bekannte Selbstporträt als junger Mann von 1623. Der intensive, offene Blick bannt einen noch immer – und auch als Zeichner überzeugt der Bildhauer.
Ein ganzer Saal im Palazzo ist Porträtbüsten gewidmet, ein weiterer dem dieses Jahr 400 Jahre alt werdenden Petersdom, für dessen Baldachin Bernini als Chefarchitekt der Bauhütte verantwortlich zeichnete. Denn als Maffeo Barberini im Jahr 1623 zum Papst gewählt wurde, brachte er seinen langjährigen Schützling und Lieblingskünstler mit in den Vatikan. Bernini folgte 1629 auf den Chefarchitekten Carlo Maderno und gab dem Petersdom mit dem Baldachin und dem Petersplatz mit seinen Kolonnaden jene Form, in der wir sie heute kennen.
Francesco Barberini von Gian Lorenzo Bernini, 1623
Ist Gian Lorenzo Bernini der Erfinder des barocken Rom? Oder schreibt er nur fort, was andere bereits begonnen hatten? Eins ist sicher, wenn man sich die Schau und dazu parallel Berninis Werk im Petersdom und am besten noch die Galleria Borghese ansieht: Das Verständnis für das „teatro sacro“ der katholischen Kirche, für Inszenierung überhaupt, ist in diesem Künstler exemplarisch verkörpert. Aber es ist eben keine bloße Theatralik, kein leerer Prunk.
Der Mensch und sein Wesen sind die Quelle, aus der Bernini schöpft. Das kann man besonders da gut sehen, wo Bernini mit den Papstbüsten jene Männer darstellt, denen er seine enorme Wirkungsmacht als Künstler verdankt – und die bei anderen doch oft in majestätischer Würde erstarren. Dank der Fülle solcher Porträtbüsten in der Schau kann man nicht nur verschiedene Fassungen miteinander vergleichen, sondern registriert auch, wie Bernini der Versuchung nicht erliegt, durch Verismus und übertriebenen Detailreichtum verblüffen zu wollen.
Er lässt auch weg, etwa wo zu repräsentative Kleidung vom Gesicht ablenken würde. Mit seinem Einfühlungsvermögen schafft Bernini es, mit seiner Gestaltung der Augen oder des Mundes den Ausdruck einer Büste so lebensnah zu gestalten, dass man das Wesen der Porträtierten in einem Blick zu erfassen meint. Dabei wurde das Porträt im 17. Jahrhundert eigentlich nicht als ein wichtiges Genre betrachtet, erklärt Andrea Bacchi, einer von zwei Kuratoren der Schau. Zu eng war es an die Wirklichkeit gebunden. „Bernini aber machte daraus eines der Kronjuwelen seiner künstlerischen Produktion.“
Bernini glaubte gerade deshalb an das Porträt, weil er wusste, was für eine enorme Herausforderung es für einen Bildhauer bedeutete. Die Begeisterung des Mäzens Maffeo Barberini und seiner Neffen für das Porträt in Stein steckte den Hof an, führt der Kunsthistoriker aus. Davon profitierten auch Konkurrenten wie Alessandro Algardi. Und machten Rom, gemeinsam mit anderen Bildhauern, Malern und Architekten, im 17. Jahrhundert zur wichtigsten Kulturstadt Europas, so wie es später Paris oder London waren.
Rom bleibt die Hauptstadt des Barock. Auch wenn Berninis Werke heute um die Welt verteilt sind – ein Unterfangen wie dieses kann eigentlich nur hier in der Ewigen Stadt unternommen werden, wo die Hauptwerke zu Hause sind. In der Villa Borghese finden sich nur zwanzig Minuten entfernt der wild entschlossene David und die Figurengruppen Aeneas mit Anchises und Ascanius bei der Flucht aus Troja – und der übergriffige Apoll und seine unter seinen Zudringlichkeiten zu Lorbeer erstarrende Daphne. Es ist dabei nie der Moment der Stille vor oder nach einer Tat, sondern immer die Bewegung selbst, die Bernini interessiert.
Und damit ist man vielleicht tatsächlich beim Kern des römischen Barock angelangt, den Bernini wie kein Zweiter verkörpert: dass der Raum, den ein Kunstwerk erschafft, keine bloße Illusion ist, sondern wirkliches Erlebnis.
„Bernini e i Barberini“, bis 14. Juni 2026, Gallerie Nazionali d’Arte Antica – Palazzo Barberini, Rom
Tod der sel. Ludovica Albertoni, 1674
Nota. - Zum Bildungskanon der Deutschen gehörte einst Lessings Laokoon, der mit überzeugenden Worten darlegt, dass und warum Ausdruck dem Bildhauer nicht gegeben ist. Bernini ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Nirgends ist Aus-druck nötiger als im Porträt, das ohne ihn tot und unpersönich bleibt.
JE
Mittwoch, 22. April 2026
Michael !

Vorwort zur Netzausgabe.
Das größte Comeback aller Zeiten
sollte es werden. Der Meister blieb sich treu bis zum Schluss: Das ist es geworden
- indem es ausfiel.
Und doch gehört das letzte Jahrzehnt irgendwie dazu. Er hat nicht mehr nur auf der Bühne und für die Bühne gelebt. Ich glaube – dass wir uns recht verstehen: ich will gerne glauben -, dass Michael Jackson mit seinen drei Kindern endlich sein Privatleben gefunden hatte. Es heißt, dass er jedes Ansinnen für ein Comeback, jeden Vorschlag für eine neue Tournee immer wieder hartnäckig abgwiegelt hätte - so, als fürchte er sich davor.
Wieder leben wie früher, unersättlich den eigenen Weltrekorden hinterherjagend, und mit nichts wirklich zufrieden sein - das konnte ihn kaum verlocken. Aber einfach zur Ruhe setzen kann sich einer, der zum Künstler wurde, um der Melancholie zu entrinnen, auch nicht. Da war es ein Wink des Schicksals, dass der Mangel an Barem ihm schließlich keine Wahl ließ. Und natürlich musste es das größte Comeback aller Zeiten werden. Und wäre es geworden, es hat ja schon im Vorfeld wieder alle Rekorde gebrochen.
Aber dann hat ihn die Melancholie eingeholt. Nicht jeder, der an Schlaflosigkeit leidet, ist ein Melancholiker - nur zwei von dreien. Doch jeder Melancholiker leidet an Schlaflosigkeit.
Propofol!
Ein stärkeres Zeug gibt es nicht. Trotzdem wird es wohl, das glaube ich fest, ein unvorhersehbarer Unfall gewesen sein. Doch dieses Ende passte so hundertfünfzigprozentig ins Gesamtbild, dass es schwer fällt, an Zufälle zu glauben. Und also wucherten schon am Tag danach die Phantasien des Publikums. Als er lebte, war ich gewiss, dass sich der Mythos Michael Jackson durch nichts mehr überbieten ließe. Er hat mich in diesem Punkt korrigiert.
Montag, 20. April 2026
Helen Frankenthaler, II.
aus welt.de, 20. 4. 2026 Helen Frankenthaler, 1974 im New Yorker Atelier vor „April Moon“ zu Geschmackssachen
Malerische Freiheit und das Wunder der Abstraktion
Wie Wetterfronten ziehen Helen Frankenthalers Farbflächen über riesige Lein-wände. Eine Ausstellung in Basel erinnert daran, wie radikal und wie unverbraucht die gegenstandslose Moderne in ihrem Werk geblieben ist.
Spektakulär, nichts weniger, ist die Ausstellung der amerikanischen Malerin im Kunstmuseum Basel. Es ist im andächtigen Fluss der Inszenierung wie kostbares Andenken an einen Triumph der gegenstandslosen Moderne. Längst hat man sich ja an den Verschleiß der Abstraktion gewöhnt, an die ungezählten Entlehnungen, Repliken und Verwertungen, sodass einem die Erinnerung an die einst großen Augenblicke des bestimmenden Idioms des 20. Jahrhunderts wie Wunder vorkommen.
Helen Frankenthaler, Tochter einer reichen, kunstaufgeschlossenen Familie, hat ihr Werk in den frühen 1950er-Jahren im Kreis der amerikanischen abstrakten Expressionisten begonnen. Bekannt und befreundet mit Künstlern wie Jackson Pollock, Lee Krasner, Willem de Kooning, Adolph Gottlieb, Arshile Gorky oder Morris Louis gehörte sie zum Inner Circle der sogenannten New York School, die ihr Partner, der Kritiker Clement Greenberg zur Referenzgröße des zeitgemäßen künstlerischen Fortschritts promotete.
Mit herrischer Geste haben die USA den Führungsstab von Europa übernommen. Und es hat gar nicht ausbleiben können, dass die meist monumentalen Abstraktionen der New Yorker Maler und Malerinnen, verbunden mit dem nicht weniger monumentalen Anspruch ihrer künstlerischen Letztbegründungen, zu Langstrecken-Waffen im Kalten Krieg wurden.
An der Front freilich hat sich Helen Frankenthaler nicht aufgehalten. Die ersten Bilder aus dem Jahr 1951 verraten noch die Nähe der Freunde, die Schule des Wildmalers Pollock, den sie „Jack the Dripper“ nannten, die expressiven Formauflösungen, die All-over-Struktur, die gestische Intuition, die Greenberg als „Action-Painting“ beschreiben wird. Aber schon Monate später ist die Künstlerin auf ihrer eigenen Spur. Sie breitet ihre Leinwände auf dem Boden aus und begießt sie mit stark verdünnter Farbe, die mit Händen oder Bürsten über die nicht grundierten Flächen gelenkt wird. Tief dringt das Kolorit ins Gewebe ein, wobei die verblassenden Töne diese eigentümliche Nebel-Stimmung erzeugen.
Dass die entstehenden Bilder Namen haben – „Open Wall“, „Shatter“, „Eden“, „Mediterranean Thoughts“ –, ist wohl unvermeidlich. Unser Sehen ist von Geburt an gegenständlich konditioniert. Es gibt keine genuin abstrakte Wahrnehmung. Erkenntnis ist immer mit Assoziationen verbunden. Assoziationen, die sich einstellen, wenn die Malerin auf ihren Leinwänden kniet oder sich über sie beugt. „Mediterranean Thoughts“ ist 1960 in Italien entstanden, wo Helen Frankenthaler mit ihrem Mann, dem Maler Robert Motherwell den Sommer verbrachte. Anders als ihr Titel führt die aufgeregte Komposition aber nicht gerade nach Alassio ans Meer. An Ferienruhe, genüssliche Entspanntheit denkt man beim Aufruhr der wie abgerissen wirkenden Farbfetzen zuletzt. Allenfalls sie, die Blau- und Braunakkorde, lassen an Meer und Sand denken.
Helen Frankenthaler träumt, was sie malt. Aber sie malt nicht, was sie träumt. Das gibt ihrem Werk diesen unverwechselbaren Zauber. Und der Verlass auf die letztlich unzugängliche Regie der Phantasie, das Vertrauen auf die Magie aus Steuern und Gewährenlassen bewahrt dieses Werk auch vor der Erstarrung im Muster. Es gibt nicht diese Frankenthaler-Marke – so wie man einen Pollock ziemlich sicher als Pollock oder einen Rothko gleich als Rothko identifizieren kann. Die wie zufällig anmutenden Berührungen der formlosen Farben, die Flucht der Linien über weite Bildstrecken, das Aufeinandertreffen der herkunftslosen Bilddinge, ihre fast scheue Verdichtung zur Atmosphäre – das alles macht diese Bilder zu Inszenierungen von singulärer Kraft. Wenn es einmal gelungen ist, das Bild gänzlich vom Abbild zu lösen und es in zeichenlose Freiheit zu entlassen, dann in diesem Werk.
Ganz anders als das Label „abstrakter Expressionismus“, der in den 1950er-Jahren „state of the art“ war und als offizielle Kunstsprache zum Signum des „freien Westens“ wurde, erklärte sich Helen Frankenthaler völlig unzuständig für die künstlerische Systemkonkurrenz. Ohne alles Pathos, ohne den Anspruch, die Kunst an ihr letztmögliches Ende gebracht (wie Ad Reinhardt) oder sie à fond neu erfunden zu haben (wie Barnett Newman) malt die Künstlerin ihre eigene, ihre selbstbegründete Welt.
Eine Welt, zu der sehr wohl auch die Geschichte gehört. Früh schon hat sich die Malerin von Museumsbesuchen auf ihren Europareisen anregen lassen und die empfangenen Eindrücke und Gedanken in scheu angelegten Allusionen verarbeitet. Dann ist aus Tizians „Dame in Weiß“ in der Dresdener Gemäldegalerie eine Komposition aus vertikal und horizontal geschichteten Grau- und Weisstönen entstanden, die sich ganz ausdrücklich „Portrait of a Lady in White“ nennt. So eindeutig indes ist die Zuordnung meist nicht. Die Ausstellung geht da etwas kühn vor, indem sie mögliche, aber kaum einmal gesicherte Vorlagen auswählt und so eine Methode Frankenthaler insinuiert, die es so nicht gegeben hat.
Dass die Mobile-artige „Hommage à H.M“ Matisse meint, kann man allenfalls ahnen. Mehr als Ahnung soll nicht sein. Und mehr als atmosphärische Verwandtschaft, Gefühlsnähe soll nie verraten werden. Es gelten für die gelegentlichen Paraphrasen keine anderen Regeln als für die frei assoziierten Bilder. Ob Erinnerungen oder Eindrücke, Erlebnisse oder Einbildungen, Erregungen oder Erfahrungen – es sind alles keine Bildbausteine, es ist nie etwas anderes als Energiezufuhr für Frankenthalers Malerei. Lieder ohne Worte: Vielleicht lässt es sich so am besten sagen.
Das Werk ist von Beginn an hoch respektiert worden – von den männlichen Kollegen geradeso wie vom Kunstmarkt. Bereits 1951 hatte die junge Künstlerin ihre erste Soloshow in der Tibor de Nagy Gallery in New York, wo sie dann Jahr für Jahr ausstellen wird. Und wenn es auch sicherlich ihrem hochtalentierten Impresario Clement Greenberg zu danken ist, dass gleich einmal das Whitney Museum, das Jewish Museum und das Museum of Modern Art in New York auf Frankenthaler aufmerksam geworden sind, dann zeigt der frühe Hype doch auch, wie stark diese Bilder empfunden worden sind. Nicht zuletzt auch in Europa, wo die Malerin 1959 zur Teilnahme an der documenta II in Kassel eingeladen war. Und bis in die letzten Jahre hinein gab es hierzulande immer wieder retrospektive Ausstellungen. Unvergessen die imposante Werkschau 1969 in der Berliner Kongresshalle.
Helen Frankenthaler war nie das Opfer eines maskulin dominierten Kunstbetriebs – auch nicht in Europa, wie jetzt vom Baseler Kunstmuseum unterstellt wird, wo die neue Direktion mit beeindruckender Zeitgeist-Geschmeidigkeit sich mehr für „Geister“ und „Homosexuelle“ zu interessieren scheint als für das Erbe der einzigartigen Sammlung des Hauses und ganz entsprechend nun auch in Helen Frankenthaler einen Fall feministischer Wiedergutmachung erkennt. Ein Trost nur, dass die grandiose Ausstellung doch noch einmal an die alten Tugenden des ehrwürdigen Hauses anschließt. Helen Frankenthaler braucht nicht wiederentdeckt zu werden. Ihre Bilder sind immer noch und immer wieder zum Erstaunen.
„Helen Frankenthaler“, bis 23. August 2026, Kunstmuseum Basel
Nota. - Der Komponist Ferruccio Busoni, selber ein Neutöner, monierte an der Zwölftonmusik, dass man nie wüsste, ob man das Stück schonmal gehört habe, oder nicht. Von der Bildenden Kunst wurde gesagt, das Schlimmste, was einem Werk passieren könne, sei, dass die Kritik es interessant findet.
Von Jackson Pollock kann man sehen, was man will - man ist immer gewiss, dass man es schon gesehen hat, und darum kann man es nichtmal interessant finden.
Von Helen Frankenthaler kommt einem jedes Bild immer wieder neu vor; und auch, wenn es einem nicht gefällt, wird es ihm wenigstens interessant vorkommen.
Dass es in allen Künsten wenigstens im Westen immer wieder Moden - Epochalstile - gibt, mag diesen oder jenen Grund haben. Es hat sicher damit zu tun, dass es im Westen Öffentlichkeit gibt und, was dasselbe ist, ein Publikum. Ob das für die Kunst gut ist, sei dahingestellt - es ist ein-mal so. Doch jede Mode hat immerhin ihre besseren Vertreter und auch schlechte-re. Helen Frankenthaler ist vom Abstrakten Expressionismus einer des besten.
JE
Das Mogul-Reich.
aus spektrum.de, 20.04.2026 der Taj Mahal aus dem 17. Jahrhundert. zu öffentliche Angelegenheiten
von Hakan Baykal
Es
ist ein seltsames Land und verglichen mit unserem Land eine ganz andere
Welt«, stellte vor einem halben Jahrtausend Zahiruddin Muhammad fest.
Der Mann aus dem Ferghana-Tal im heutigen Usbekistan war besser bekannt
als Babur, der Tiger. Er war Kriegsherr und seine jüngste Eroberung, das
Sultanat von Delhi in Nordindien, hielt er für ausgesprochen
eigenartig.
»Alles ist dort anders, die Berge, die Flüsse, die Wälder und Ebenen, die Dörfer und das bebaute Land, die Tier- und die Pflanzenwelt, Menschen und Sprache, Regen und Wind.« Sobald man den Indus überschreite, finde man sich in der Fremde wieder, seien die Landschaft, die Menschen und ihre Sitten »allesamt indisch«. In den Augen des Fürsten aus Zentralasien war dies nicht unbedingt ein Gütezeichen.
»Indien bietet nur wenig Reize und Annehmlichkeiten«,
urteilte Babur (1483–1530) über sein neues Reich, von dessen
Bevölkerung er gleichfalls keine hohe Meinung hatte. »Anmut und
Schönheit sucht man unter seinen Bewohnern vergeblich.« Weder Verstand,
feine Sitten noch Großherzigkeit zeichnen sie aus. Im Handwerk hätten
sie keinen Sinn für Symmetrie, gerade Linien fände man nicht. »Sie
besitzen keine guten Pferde, keine Hunde, keine guten Trauben und
Melonen, kein gutes Obst und haben weder Eis noch kühles Wasser.«
Obwohl
Indien und seine Bevölkerung offenbar sein Missfallen erregten, hatte
der muslimische Fürst bereits vier kleine Feldzüge in das Land
unternommen. Bis schließlich seine Soldaten in der Schlacht von Panipat
am 20. April 1526 gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Truppen des
Sultans von Delhi einen fulminanten Sieg errangen – und Babur damit das
langlebige Mogulreich begründete, das offiziell bis 1858 existierte.
Das
Land südlich des Indus mochte dem Eroberer zwar seltsam und reizlos
erscheinen, doch es war ungeheuer reich. »Der größte Vorzug von Indien
ist seine Größe und sein Überfluss an Gold und Silber«, notierte sein
neuer Herrscher zufrieden. 
Schlacht von Panipat | Am 20. April 1526 schlug Baburs Heer die Truppen
des Sultans von Delhi. Damit begründete der Mann aus Zentralasien das
Mogulreich. Die Buchmalerei aus dem späten 16. Jahrhundert illustrierte
eine Ausgabe von Baburs Autobiografie.
Ein Nachkomme von Timur und Dschingis Khan
Dennoch
war der Subkontinent in Baburs Augen nur zweite Wahl. »Er hätte viel
lieber in Samarkand residiert«, sagt Eva Orthmann, Professorin für
Iranistik an der Universität Göttingen. Über ein Jahrhundert zuvor hatte
der turko-mongolische Warlord Timur (1336–1405) den Handelsplatz im
heutigen Usbekistan zu seiner Residenz erkoren, Handwerker angesiedelt,
Kaufleute angelockt und den Ort zu einer der prächtigsten und
bedeutendsten Metropolen an der Seidenstraße ausgebaut.
Samarkand wäre für den Nachkommen Timurs wohl eine angemessene Hauptstadt gewesen. Babur stammte väterlicherseits von Timur und mütterlicherseits von Dschingis Khan (1162–1227) ab. Somit gehörte er zum allerhöchsten Kriegeradel Zentralasiens. »Zahlreiche seiner Onkel und Cousins konnten allerdings denselben Herrschaftsanspruch stellen wie er«, so die Mogulexpertin Orthmann. Denn die Dynastie der Timuriden war weitverzweigt, Nachkommen gab es reichlich.
Sie alle gingen einmütig davon aus, dass jedes Land und jede Region, die ihr kriegerischer Vorfahr einst erobert hatte, zu ihrem rechtmäßigen Herrschaftsgebiet gehörten. Darüber aber, welcher Timuride in welchem Fürstentum herrschte, entschied das Recht des Stärkeren.
Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1494, der über ein kleines Reich im Ferghana-Tal herrschte, trat Babur dessen Nachfolge an – und sah sich mit gerade einmal elf Jahren von zahlreichen Verwandten umzingelt, die ihm den Machtanspruch streitig machen wollten.
In diesen Auseinandersetzungen verlor der rechtmäßige Thronerbe vorübergehend sein Reich. Er ging dennoch auf Feldzug, musste aber weitere Rückschläge hinnehmen. Zeitweise schrumpfte seine Truppe auf 200 Mann. »Ich befand mich nun in einer sehr traurigen Lage und konnte es nicht hindern, dass ich viele Tränen vergoss«, schrieb er im Rückblick.
Doch nach und nach stellten sich militärische Erfolge ein und Baburs Truppen bemächtigten sich einiger kleiner Festungen. Daraufhin vergrößerte sich seine Gefolgschaft, was wiederum zu weiteren Erfolgen und schließlich zur Rückeroberung von Ferghana führte. Auch nach Samarkand griff Babur in dieser Zeit mehrmals. Insgesamt gelang es ihm im Lauf der Jahre dreimal, die Stadt zu erobern – halten konnte er sie nie.
Unerfüllte Liebe zum Sohn eines Basarhändlers
Von
den guten und den schlechten Zeiten erzählte der »Tiger« in seinen
Erinnerungen, dem »Baburnama«, das er in seiner Muttersprache
Tschagataisch verfasste. »Das Buch wirkt erstaunlich selbstkritisch«,
sagt Eva Orthmann. Doch müsse man vorsichtig sein. Es handle sich
schließlich um eine Selbstdarstellung Baburs und liefere deshalb keine
neutrale Sicht. »Selbstverständlich wertete er etwa die eigenen Erfolge
auf und spielte die seiner Gegner herunter.« Dennoch dürfte das Werk
eine der aufrichtigsten Autobiografien sein, die je ein Herrscher
verfasst hat. »Babur berichtet die Geschichte von seiner Kindheit bis in
die letzten Jahre seines Lebens, ohne sich die Mühe zu geben, seine
Schwächen, Fehler und Niederlagen zu vertuschen«, betont auch der
Islamwissenschaftler Stephan Conermann von der Universität Bonn in seiner Darstellung des Mogulreichs.
Tiere in Hindustan | In seinem »Baburnama« beschreibt der erste
Mogulkaiser auch Landschaften und Tiere in Hindustan. In dieser Malerei
sind kleine Hirsche und Kühe wiedergegeben.
Der praktizierende Muslim verschwieg auch nicht die exzessiven Trinkgelage, die er mit seinen Männern veranstaltete. Nach eigenen Angaben trank Babur mit 23 Jahren das erste Mal Wein und fand offenbar ausgesprochen großen Gefallen daran – wie auch an anderen Rauschmitteln: Später bestimmte er an seinem Hof vier Wochentage als ausdrückliche Trinktage, an den übrigen gab es Madschun, ein aus Trockenfrüchten, Honig und Haschisch unter gelegentlicher Beimengung von Opium zubereitetes Konfekt.
Seine Erinnerungen schrieb Babur hauptsächlich während der letzten drei Jahre seines Lebens, als er bereits Herrscher über Hindustan war. Er erzählt darin nicht nur über sein eigenes Leben, sondern auch über Astronomie, Geografie, Poesie, Staatskunst oder Militärwesen. Seinem kriegerischen Leben entsprechend beinhaltet Baburs Autobiografie zahlreiche Schlachtenberichte, doch seine Naturbetrachtungen sind fesselnder. »Babur war naturkundlich sehr interessiert und ein guter Beobachter«, erklärt die Iranistin Orthmann. »Seine Beschreibung der Fauna und Flora Indiens ist bis heute sehr aufschlussreich.«
Der Autor beschönigte seine diversen militärischen Fehlschläge nicht. »Über weite Strecken kann man das Leben Baburs als die Geschichte einer Serie von Niederlagen betrachten«, so Orthmann. »Er konnte sein großes Ziel, nämlich Samarkand zu erobern und zu halten, nie erreichen.« Nachdem die Stadt schließlich dauerhaft an die Usbeken gefallen war, gab Babur das Vorhaben auf und wandte sich nach Süden, wo er mehr Glück hatte. 1504 gelang es ihm, Kabul zu erobern, das er zu seiner Hauptstadt machte und in timuridischer Tradition ausbaute.
»Babur ließ in und um Kabul sowie in anderen Regionen des heutigen Afghanistans mehrere Gärten anlegen, die gemäß den Bräuchen der Timuriden als Residenzen für seinen wandernden Hofstaat und als seine Landhäuser dienten«, sagt die Kunsthistorikerin Ebba Koch von der Universität Wien. Der kriegerische Fürst sei ein außergewöhnlich talentierter Mensch gewesen, »der die unterschiedlichsten Begabungen und Interessen in seiner Person vereinigte«, so Koch. »Es gehörte zum höfischen Lebensstil der Timuriden, dass ein Adeliger in der Lage sein musste, passende Verse zu jeder Lebenssituation von sich zu geben.« Bei Babur waren es dann mehr als nur ein paar Verse: Neben dem »Baburnama« verfasste er einen »Diwan«, eine Gedichtsammlung, sowie ein didaktisches Poem zu Fragen des islamischen Rechts und ein Werk über die türkisch-persische Verslehre.
Feldzug nach Indien
Auf
Dauer konnte Baburs kleines afghanisches Reich sein Heer nicht
ernähren. Daher verlegte er ab den 1510er-Jahren den Fokus zunehmend auf
Indien, genauer gesagt: auf den Norden des Subkontinents, der sich seit
dem 12. Jahrhundert in der Hand wechselnder muslimischer
Herrscherhäuser befand – damals in jener der afghanischen Lodi-Dynastie.

Babur hält Hof | Der Gründer des Mogulreichs empfängt Fürsten, die sich
ihm unterworfen haben. Das Miniaturbild aus dem späten 16. Jahrhundert
stammt aus einer Ausgabe des »Baburnama«, Baburs Autobiografie.
Der
Griff nach Indien lag für Babur nahe, schließlich hatte auch Timur 1398
Delhi erobert. Aus Sicht Baburs war es legitimes Erbland. Zunächst
begnügte er sich mit vier kleinen Vorstößen über den Indus, auf denen er
und seine Truppen reichlich Beute machten und zugleich einen Eindruck
von der Schwäche und inneren Zerrissenheit des Sultanats von Delhi
gewannen.
Im Winter 1525/26 brach Babur schließlich mit rund 12 000 Mann erneut nach Indien auf. Dort errangen die Invasoren zunächst eine Reihe von kleinen Siegen, ehe sie bei Panipat in Nordindien auf die 100 000 Mann zählende Streitmacht des Sultans von Delhi, Ibrahim Lodi, trafen – und diese dank überlegener Artillerie, Kavallerie und Taktik innerhalb weniger Stunden vernichtend schlugen.
Unter den Zehntausenden Gefallenen befand sich auch der letzte Herrscher des Delhi-Sultanats. An dessen Stelle gründete Babur wenige Tage darauf sein eigenes Reich und erklärte sich zu dessen Padischah (Kaiser). In Europa erhielt der Staat den Namen Mogulreich, Babur selbst und seine Nachfolger verwendeten den Begriff jedoch nie. Sie nannten ihr Herrscherhaus die Gurkani-Dynastie – von »gurkan«, der persischen Form des mongolischen Wortes »kürägän« (Schwiegersohn). Diesen Titel hatte sich Timur nach der Hochzeit mit einer Prinzessin aus der Familie Dschingis Khans selbst verliehen – und bei den Timuriden war der Ahnherr Maßstab für alles.
Lange
sollte sich Babur seines neuen Reiches jedoch nicht erfreuen. Er starb
nur vier Jahre nach der Gründung in der nordindischen Mogul-Hauptstadt
Agra. Das Reich aber, das er hinterließ, entwickelte sich unter seinen
Nachfolgern zu einer militärischen wie wirtschaftlichen Großmacht, zu
deren herausragenden Merkmalen ein erstaunliches Maß an religiöser
Toleranz gehörte – nicht ohne Grund. »Die Moguln waren Realpolitiker und
sich dessen bewusst, dass sie als Minorität einer herrschenden Elite
über ein weites Reich mit Untertanen, die anderen religiösen
Überzeugungen und kulturellen Praktiken folgten, mit Offenheit und
Toleranz regieren mussten, um auf die Dauer erfolgreich zu sein«,
erläutert Koch. 
Moguln | In dieser Malerei stehen sich der Mogul Jahangir und sein Vater Akbar gegenüber. Das Bild datiert um 1630.
Hatte
der Reichsgründer selbst noch Distanz zu den Indern und ihrem
Götterglauben gehalten, zeigte bereits sein Sohn und Nachfolger Humayun
(1508–1556) großes Interesse für den Hinduismus, seine Philosophie und
künstlerischen Ausdrucksformen. Er nahm altindische Rituale in sein
Hofzeremoniell auf und inszenierte sich als Sonnenkönig. »Wir können
hier von einem simultanen Herrscherkonzept sprechen, das sich in seinen
Ausdrucksweisen sowohl an die muslimischen als auch die hinduistischen
Untertanen richtet und somit beide als gleichbedeutend annimmt«,
so Koch.
Baburs Enkel Akbar (1542–1605), der das Mogulreich beträchtlich vergrößerte, ging in seiner religiösen Toleranz noch um einige Schritte weiter und suchte aktiv den Dialog mit allen Glaubensrichtungen unter seiner Herrschaft und darüber hinaus. Er lud neben muslimischen Geistlichen und Gelehrten auch Vertreter des Hinduismus, Zoroastrismus und Jainismus sowie sogar Jesuiten aus Europa zu häufigen religiösen Disputationen in das eigens dafür errichtete »Ibadath Khana«, das Haus der Gottesverehrung. »Für seine vergleichenden Religionsstudien ordnete er zudem die Übersetzung der heiligen Texte des Hinduismus ins Persische an, die offizielle Sprache des Mogulreichs«, erzählt Koch.
Akbar entwickelte schließlich sogar
sein eigenes, »Din-i ilahi« genanntes Glaubenssystem, seine »göttliche
Religion«. Sie verknüpfte Elemente aus Islam, Hinduismus und anderen
Religionen. »Dabei handelte es sich jedoch weniger um eine neue
Religion, sondern um einen auf den Herrscher bezogenen Kult, der viele
im Sufismus übliche Praktiken übernahm – mit dem Großmogul selbst als
einer Art Sufi-Meister oder Scheich«, sagt Eva Orthmann. »Ein zentraler
Bestandteil seiner Herrschaftsideologie war der sogenannte ›Sulh-i kull‹
[wörtlich: der allgemeine Frieden], der es allen ermöglichte, ihrem
Glauben unbeeinträchtigt nachzugehen.« 
Taj Mahal | Mogul Shah Jahan, der von 1628 bis 1658 an der Macht war,
ließ für seine Frau Mumtaz Mahal ein prächtiges Mausoleum erbauen. Der
Taj Mahal liegt am Ufer des Yamuna in der alten Mogul-Hauptstadt Agra.
Obwohl
auch Jahangir (1569–1627), Sohn und Thronfolger Akbars, dem Glauben
seines Vaters anhing und ihn weiter propagierte, überlebte der »Din-i
ilahi« seinen Schöpfer nicht lange. Doch das tolerante Klima im
Mogulreich begünstigte eine rund zwei Jahrhunderte andauernde
außerordentliche kulturelle Blüte auf dem Subkontinent.
»Babur und seine unmittelbaren fünf Nachfolger waren außergewöhnliche Männer, deren persönliche in ihrer Zeit einzigartige Begabung, Weltoffenheit und universalistisch-kosmopolitische Herrschaftsideologie zu einem ausgeprägten Mäzenatentum und der Entstehung großartiger, universalistisch geprägter Werke in Malerei und Architektur führten«, sagt Koch. Die Kunst sei eines der wesentlichen Ausdrucksmittel der Moguln gewesen. Ihr berühmtestes Werk: der Taj Mahal, »der eine harmonische Synthese aus unterschiedlichen Kunsttraditionen darstellt«, so Koch.
Das vom fünften Mogul Shah Jahan (1592–1666) als
Mausoleum für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal (1593–1631) in Auftrag
gegebene Bauwerk vereint mittelasiatisch-timuridische, indische,
persische, osmanische und sogar abendländische Elemente. So ist die
naturalistische Blumenornamentik des Taj Mahal von europäischen
Pflanzenbüchern inspiriert. »Der Grabbau ist ein universales Kunstwerk«,
erklärt Koch. Es spreche daher sehr viele Menschen an. 
Modi im Tempel | Anfang 2024 weihte Indiens Premierminister Narendra
Modi einen umstrittenen Tempel in Ayodhya ein. Der Bau steht an der
Stelle einer Moschee aus dem 16. Jahrhundert, die 1992 bei
Ausschreitungen zerstört wurde.
Keine Touristen für das Taj Mahal
Doch
offenbar sprach es nicht zu Yogi Adityanath. Als der Hindu-Nationalist
2017 zum Chief Minister des bevölkerungsreichsten indischen
Bundesstaates Uttar Pradesh ernannt wurde, in dem Agra und damit der Taj
Mahal liegen, ließ er das Weltkulturerbe aus dem offiziellen
Tourismusbulletin streichen. Eine Gruppe von Anwälten beantragte sogar,
das Bauwerk zu einem Hindutempel zu erklären. Soweit kam es bislang
nicht, aber die Regierung von Narendra Modi arbeitet entschlossener denn
je daran, die muslimischen Moguln vergessen zu machen. Der Historiker
Richard Eaton von der University of Arizona sieht Modis Indien gar in einem »Krieg« gegen das Mogulreich.
»Das heutige Indien wäre ohne den Einfluss, den die Moguln auf seine
Gesellschaft und Kultur hatten und weiterhin haben, nicht
wiederzuerkennen«, so Eaton.
Kleidung, Architektur, Sprachen, Kunst und Literatur des Landes seien bis heute von der Mogulkultur geprägt, dennoch betrachteten Hindu-Nationalisten die muslimischen Kaiser als Fremdkörper in ihrer Vision eines rein hinduistischen Subkontinents: als Invasoren, Besatzer und Kolonialherren – wie die Briten, die nach den Moguln kamen. Das historische Erbe des Mogulreichs, meint Eaton, werde durch »eine mythische Vision von der Vergangenheit Indiens« bedroht.
Es passt ins Bild, dass Premierminister Modi im Januar 2024 einen neuen Tempel für den Gott Ram in Ayodhya einweihte, der auf den Ruinen eines muslimischen Gotteshauses errichtet worden war. Jenem, das 1528 Babur errichten ließ – und das hindu-nationalistische Extremisten 1992 zerstört hatten.
Miniaturen aus einer Ausgabe des »Baburnama«, Baburs Autobiografie, aus dem späten 16. Jahrhundert
Sonntag, 19. April 2026
Lifestyle ist politisch.
aus welt.de, 19. 4. 2026 Der Pullover, Schmuck oder das Transportmittel werden plötzlich als politisches Signal gelesen. zu öffentliche Angelegenheiten
Hobby bis Kleidung: Auf TikTok wird gerade alles als „links“ oder „rechts“ gelesen. Selbst banalste Alltagsentscheidungen gelten plötzlich als politische Haltung. Alles nur ein Witz – oder steckt doch Wahrheit darin?
Ein Glas Sprudelwasser bestellen – und plötzlich ist man politisch verortet. Zumindest, wenn man lange genug durch TikTok scrollt. Dort wird derzeit alles einsortiert: Kabelkopfhörer gelten als links, AirPods als rechts. Stilles Wasser: links. Sprudel: verdächtig rechts.
In den sozialen Medien kursieren unzählige Videos, in denen Nutzer Alltagsgegenstände, Gewohnheiten und Kleidung in „links“ und „rechts“ einordnen. Was als ironisches Spiel beginnt, entwickelt schnell eine eigene Dynamik: Es bleibt nicht bei einzelnen Dingen, sondern greift auf ganze Lebensstile über. Plötzlich scheint nichts mehr neutral – alles wird zum Signal dafür, wie jemand wohl denkt und sich zur Welt positioniert.
Die Antworten entstehen weniger in politischen Debatten als im Alltag selbst. Das, was als „links“ gelesen wird, zeigt sich in konkreten Dingen: Jutebeutel, Flohmarktbesuche, das Leben in WGs, Techno-Musik, „Zu verschenken“-Kisten vor Altbautüren, Lastenrad fahren.
Dazu kommen visuelle Marker: ein grüner Secondhand-Pullover, Dr. Martens, Nasenring, rote Haare oder ein kurzer Pony, Sticker auf dem Laptop. Selbst scheinbar beiläufige Details wie das Bestreuen des Essens mit Kürbiskernen oder die Art, einen Schal zu binden, fügen sich in dieses Bild.
Als „rechts“ gilt dagegen: Seitenscheitel, „Rock am Ring“-Fan, Fitnessstudio, Filterkaffee, ein Samsung-Handy mit Klapphülle, Mitglied im Karnevalsverein. Eine Jacke von North Face, dazu ein gebügeltes Hemd oder eine Bluse, Feierabendbier trinken – all das wird zu einem Set äußerer Merkmale, die – wie die „linken“ Beispiele zuvor – eigentlich unpolitisch sind, und doch politisch gelesen werden.
Auffällig ist, wie mühelos diese Einordnungen ins Absurde kippen. Unter den Videos reihen sich tausende Kommentare und Ideen anderer User: Gestreifte Shirts gelten als links – allerdings nur, wenn die Streifen horizontal verlaufen. Vertikal seien sie „so was von rechts“. Fahrradfahren wird als links verstanden, Autofahren als rechts. Wer an einer Kunstschule studiert, ist links; wer abgelehnt wird, gilt als rechts. Ein Aquarium besitzen kann links sein, es sei denn, man hält darin illegale Tiere, dann klar rechts. Die Regeln sind beliebig – und wohl gerade deshalb so anschlussfähig.
Auf die Frage, warum all das so sei, fällt die Antwort bei den meisten Influencer auf TikTok oft bemerkenswert schlicht aus: Es gebe keinen rationalen Grund, es sei „einfach der Vibe“.
Genau darin liegt die Ironie: Man sucht nach Orientierung und interpretiert am Ende willkürlich in alles etwas hinein. Haltung wird nicht mehr argumentiert, sondern oft einfach „gefühlt“. Dieses „links“ und „rechts“ hat mit Parteien oder Programmen oft nichts mehr zu tun. Es beschreibt vor allem einen Stil – Zeichen, die gelesen werden, ohne dass jemand sie begründet.
Und doch entsteht dieser Trend in einer Generation, die politisch spürbar auseinanderdriftet – und in der es zunehmend schwerer wird, sich nicht zu verorten. Mit realer Politik haben die Videos zunächst wenig zu tun. Ein Blick auf Studien zeigt jedoch, dass die Einteilung in „links“ und „rechts“ für viele junge Menschen längst mehr ist als ein ironisches Spiel.
Daten der European Election Studies 2024 verweisen auf einen deutlichen politischen Graben: Während Frauen der Gen Z häufiger progressive Positionen vertreten, tendieren junge Männer eher zu konservativen oder rechten Parteien. Der TikTok-Trend erklärt diese Entwicklung nicht – er zeigt aber, wie stark politische Zuschreibungen inzwischen in den Alltag – sogar ins Dating – hineinreichen. Für viele ist Haltung nicht mehr nur private Meinung, sondern etwas, das sichtbar sein soll.„Unpolitisch“ im Profil bei Tinder oder Hinge reicht oft schon aus, um kein Match zu bekommen – selbst wenn es sonst passen könnte. Viele suchen gezielt nach Partnern mit ähnlichen Überzeugungen. Wer „links“ angibt, schließt jemanden mit dem Label „konservativ“ häufig aus – auch wenn damit nicht zwingend „rechts“ gemeint ist. Anziehung entsteht oft im Ungefähren, im Offenen. Dort, wo noch nicht alles festgelegt ist. Wenn aber schon vor dem ersten Treffen klar scheint, wofür jemand steht – und wofür nicht –, bleibt dafür immer weniger Raum.
In einem Video mit mehr als einer Million Aufrufen wird ein Mann, der sich als konservativ beschreibt, sofort mit der Annahme konfrontiert, er sei gegen Abtreibung – ohne dass er dazu etwas gesagt hat. Die Haltung wird nicht erfragt, sondern unterstellt oder „gefühlt“. Ein Date mit dem jungen Mann kommt für die Frau ihm gegenüber nicht infrage:
Es zieht sich durch den Alltag vieler junger Menschen: Partner werden aussortiert, Menschen nach Kleidung und Hobbys taxiert, Lebensstile in richtig und falsch zerlegt. Ein Blick, ein Profil, ein falsch gewähltes Getränk – und aus einem ersten Eindruck wird ein Urteil, das sich erstaunlich endgültig anfühlt. Einige formulieren ihre Haltung heute so klar wie nie zuvor. Bei anderen reicht schon die Art, wie sie ihr Wasser trinken.
Vielleicht liegt die größere Freiheit inzwischen darin, es nicht so wichtig zu nehmen. Den Kaffee mit Kuh- statt Hafermilch zu bestellen und die Einordnung einfach auszuhalten, ohne jeden Schluck zur Weltanschauung zu erklären. Manchmal ist Kuhmilch eben nur Kuhmilch. Und der Rest: Projektion mit Milchschaum.
Nota. - Wenn Alles politisch ist, ist nichts mehr politisch.
JE
Das stellvertretende Sterben der Maschinen.
aus derStandard.at, 18. April 2026 Maschinengewehr auf einer
Bodendrohne zu öffentliche Angelegenheiten
Es ist eine der Kernstrategien der Ukraine im Krieg gegen die russischen Angreifer, die eigenen Kräfte nach Möglichkeit zu schonen, denn Mangel an Soldaten herrscht eigentlich chronisch. Deshalb ist es auch kein großes Geheimnis, dass die Ukraine massiv auf Robotersysteme und Drohnen setzt. Erst in dieser Woche wurden 30 neue Drohnentypen vorgestellt. Dabei erwähnte Präsident Wolodymyr Selenskyj auch, dass erstmals in der Geschichte der Kriegsführung eine feindliche Stellung rein durch Maschinen erobert wurde. Nun wurden erstmals Details zu der Operation bekannt.
Der Schauplatz der Operation war ein hart umkämpfter Waldabschnitt in der Oblast Charkiw. Russische Befestigungen in diesem Gebiet hatten zuvor zwei herkömmliche Angriffsversuche benachbarter Infanterie-Einheiten abgewehrt. Das dichte Gelände und die gut ausgebauten Unterstände der Russen machten ein Vorankommen für menschliche Soldaten extrem verlustreich.
Die Führung der 3. Separaten Sturmbrigade entschied sich daher für einen taktischen Kurswechsel und ein Experiment. Die Aufgabe, die Stellungen zu erobern, wurde der Einheit NC13 übertragen, einer spezialisierten Gruppe für Bodenrobotik innerhalb der Drohnen-Kompanie "Deus Ex Machina", wie der Kommandeur der Brigade Mykola Zinkevych, Rufname Makar in einem Interview mit Radio NV die Operation vom Sommer 2025 beschreibt.
Der Angriff wurde akribisch geplant. Statt Wellen von Soldaten einzusetzen, wie es die Russen in ihren berüchtigten "Fleischangriffen" tun, setzte die Einheit auf eine koordinierte Operation mit Robotern. Die Stellung wurde zuerst mit Drohnen angegriffen, einerseits um sie zu schwächen und andererseits um die Besatzer in Deckung zu zwingen.
Anschließend wurden vier unbemannte Bodenfahrzeuge vom Typ Tarhan losgeschickt. Dabei handelt es sich um eine relativ einfache Lastendrohne. Jedes Fahrzeug war mit 30 Kilogramm Sprengstoff geladen. Der erste Roboter steuerte direkt auf den Eingang des Hauptbunkers zu und detonierte.
Die gewaltige Sprengkraft zerstörte die Befestigung und riegelte den Fluchtweg der russischen Soldaten teilweise ab. Ein zweiter Bodenroboter fuhr unmittelbar danach vor einen verbliebenen Ausgang des zerstörten Unterstandes und blockierte diesen effektiv.
Die beiden weiteren Roboter kamen nicht mehr zum Einsatz – die psychologische und physische Wirkung der ersten beiden Maschinen reichte aus, um den Widerstand der Besatzer zu brechen.
Die überlebenden russischen Soldaten, die im Bunker festsaßen und eine weitere Explosion der vor ihnen postierten Roboter fürchteten, signalisierten ihre Kapitulation auf: Sie schrieben "Wir ergeben uns" auf ein Stück Pappe und hielten es in die Kamera des Bodenroboters und der über ihnen kreisenden Drohnen.
Die unbemannten Systeme übernahmen daraufhin die Rolle der Eskorte. Luftdrohnen geleiteten die Gefangenen zu den ukrainischen Linien. Erst 20 Minuten später rückte die ukrainische Infanterie nach, um die bereits geräumten Befestigungen zu sichern – ohne einen einzigen Schuss abzugeben und ohne eigene Verluste. Während der gesamten Operation befand sich kein einziger ukrainischer Soldat im unmittelbaren Gefahrenbereich.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hob in seiner Rede zum Tag der Rüstungsindustrie am 13. April 2026 die strategische Bedeutung dieses Erfolgs hervor. Er gab bekannt, dass allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 Bodenroboter mehr als 22.000 Missionen an der Front absolviert haben.
"Das bedeutet, dass mehr als 22.000 Mal Leben gerettet wurden, weil ein Roboter anstelle eines Kriegers in die gefährlichsten Gebiete vorgedrungen ist", so Selenskyj.
Die Ukraine setzt dabei auf ein breites Arsenal an Systemen wie Ratel, TerMIT, Ardal, Rys, Zmiy, Protector und Volia. Diese Roboter übernehmen nicht nur Kampfaufgaben, sondern auch logistische Tätigkeiten. Ein einziger Zug von Bodenrobotern transportiert pro Woche etwa 10 Tonnen lebenswichtige Güter an die vordersten Positionen. Verwundete werden aus der "Kill Zone" gerettet, in die sich menschliche Sanitäter aufgrund des Drohnenbeschusses nicht mehr wagen können. Besonders gefährliche Pionierarbeiten wie Minenräumung werden zunehmend automatisiert.
"In Wirklichkeit gewinnt weder die Person, welche die Technologie erfindet, noch diejenige, die herausfindet, wie man sie anwendet. Stattdessen gewinnt derjenige, der in der Lage ist, Technologie kontinuierlich zu skalieren und einen langen Atem zu beweisen", so der Kommandant der Sturmbrigade.
Die 3. Sturmbrigade hat aus diesen Erfolgen Konsequenzen gezogen und mittlerweile eine eigene Schule für Bodenrobotik eröffnet. Hier werden Zivilisten in fünf Tagen und Soldaten in elf Tagen intensiv an den Systemen geschult. Ziel ist es, die "robotischen Sturmangriffe" zu standardisieren und die Infanterie weitestgehend von den gefährlichsten Aufgaben zu entbinden.
Künstliche Intelligenz in Form von Bild- und Mustererkennung spielt dabei laut Zinkevych eine große Rolle: "Wir setzen künstliche Intelligenz in Kampfmodulen und maschinelles Sehen ein, um Patrouillen und die Zielerkennung zu unterstützen. Sobald ein Sektor oder Winkel eingestellt ist, patrouilliert der Geschützturm automatisch. Wenn er ein sich bewegendes Objekt oder eine Wärmesignatur erkennt, beginnt er mit der Verfolgung und alarmiert den Operator: 'Schau mal, da kommt jemand.'"
Mithilfe dieser Technologie sei es möglich, mit einem Granatwerfer zehn bis 15 Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Man könne damit die Grenzen eines Waldstückes festlegen. Wenn dort eine Bewegung erfasst wird, bekämpft die Waffe die Ziele selbstständig, erklärt der Kommandant.
„Das ist etwas, wovon ich als ehemaliger Sturmsoldat nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Wir haben Menschen gerettet, den Feind angegriffen und Gefangene gemacht. Die ganze Welt hat es gesehen. Und eines Tages wird es in den Geschichtsbüchern stehen", so Zinkevych.
Nota. - Bis gestern wurden digitale Revolution und künstliche Intelligenz von den einen begrüßt, von den andern gefürchtet, weil sie natürliche Arbeit überflüssig machen. Ab heute machen sie auch natürliches Sterben überflüssig.
JE
Blog-Archiv
-
▼
2026
(129)
-
▼
April
(29)
- Das Phänomen.
- Bernini, ein barocker Expressionist.
- Michael !
- Helen Frankenthaler, II.
- Das Mogul-Reich.
- Lifestyle ist politisch.
- Das stellvertretende Sterben der Maschinen.
- Mathematik ist die Wissenschaft der Größen.
- Körpereigne Psychedelika.
- Polybolos - eine antike Mehrschusswaffe.
- Der neolithische Absturz.
- Man möcht es für eine gehässige Fälschung halten.
- Künstlich, aber nicht sehr intelligent.
- "Borderline".
- Uff.
- Die ursprüngliche Unterdrückung des Männlichen.
- Des Benutzers Oberfläche.
- Krieg gibt es schon zwischen Schimpansen.
- Darwin und Lamarck.
- Logik und Mechanik, oder begreifen und verstehen.
- Was kann man verstehen?
- Die Mitte Europas.
- Resteverwertung.
- Naturgesetz und Ideenlehre.
- Abschied von der Kausalität?
- Aufmerken, wahrnehmen und erinnern.
- Linné vs. Buffon.
- Das Sprachengedächtnis speichert Symbole und keine...
- Der aufrechte Gang und die Welt-Anschauung.
-
▼
April
(29)
Das Phänomen.
Wenn ich den Kritikern glauben kann, ist der Film noch etwas banaler, als ich befürchtet habe. Ich werde ihn mir nicht ansehen. Ich glaube...
-
Matisse, La danse II zu Philosophierungen Mit der Frage, wie die Vernunft (der ...
-
aus derStandard.at , 16. Dezember 2025 Keramik der Halaf-Kultur aus der Sammlung des British Museum in London. ...
-
zu Jochen Ebmeiers Realien zu Philosophierungen Das philosophische Problem ist ein ande...
%20-%20(MeisterDrucke-160827).jpg)