Freitag, 31. Juli 2026

Übergang von der Wildbeuter- zur Ackerbaukultur.

 Aquiry-Kultur; zu öffentliche Angelegenheiten

Der Übergang von der Wildbeuter- zur Ackerbaukultur war zumindest in Europa kein gradliniger, sondern ein gebrochener. Mit dem Ende der Eiszeit hatten sich die jagdbaren großen Säugetiere nach Norden zurückgezogen und Jagen und Sammeln wurde prekärer, so dass die Zuwanderer aus dem Balkan freie Bahn fanden. Wo die Jagdbedingungen günstiger blieben, fand der Ackerbau zunächst keine Verbreitung, weil die stärkehaltige Getreidenahrung der proteinhaltigen Jagdbeute qualitativ un-terlegen war und nur aus Not Nachahmer fand. 

Doch brachte die verbreitete Exo-gamie nach und nach eine Vermehrung von Frauen aus den benachbarten Bauern-wirtschaften: Der Übergang vom Sammeln von Pflanzen zu ihrer Kultivierung auf dem Feld kann in der Tat stetig stattfinden: Bedingung ist nur die Sesshaftigkeit, die beim Fischen eher möglich ist als beim Jagen. Der Eindruck, die bäuerische Lebensart sei ein eher weiblicher Beitrag zur Kulturgeschichte, findet so seine Rechtfertigung.

Wie sich der Ackerbau freilich im Fruchtbaren Halbmond des Nahen Ostens ausbilden konnte, bleibt ein Rätsel.
31. März 2026

 

 

 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Globale Systemkrise...

 John Martin, Sodom&Gomorrha                                                                                                            zu öffentliche Angelegenheiten

Der 'Systemkollaps' im Ersten Weltkrieg war nicht bloß der Untergang einer "libe-ralen" Freihandelsordnung unter britischer Hegemonie; es war eine Zerrüttung des Weltmarkts und globale Krise der Produktivkräfte: Erst 1939, zu Beginn des Zwei-ten Weltkrieges, hatte der Welthandel wieder das Volumen von 1913 erreicht, um sogleich in eine noch gigantischere Vernichtung von Arbeitskraft und Industrie-anlagen zu stürzen. Die Produktivkräfte haben aufgehört zu wachsen, schrieb Leo Trotzki, und identifizierte den Krieg als die finale Todeskrise der bürgerlichen Welt, die nur entweder mit dem Untergang des Kapitalismus oder dem Untergang der Zivilisation enden könne.

So ist es nicht gekommen. Für das Kapital gibt es keine ausweglose Situationen. Die Zweiteilung der Welt und der Kalte Krieg haben für eine neue Stabilität gesorgt, die auch den Zerfall des Sowjetblocks überstanden hat. Die Frage, die sich heute stellt, ist, ob sie auch den Versuch seiner Wiederherstellung überstehen kann. Diese Krise ist zwei Nummern kleiner, aber für uns Lebende gerade groß genug.

Der Untergang der archaischen Mittelmeerkultur um 1200 v. Chr. ist ein Problem für sich. Ein historisches, kein zeitgeschichtliches. "Strukturen" entpuppen sich in aller Regel als bloße Analogien. Die haben auch ihren Wert, aber bloß einen kleinen, den man sorgfältig suchen muss. 
25. 4. 2022


Mittwoch, 29. Juli 2026

Die große Krise der Bronzezeit.

Von Hattuscha blieben nur Ruinen. Die Hauptstadt des Hethiterreichs wurde um 1200 v. Chr. von ihren Bewohnern verlassen          zu öffentliche Angelegenheiten 
aus welt.de, 28. 7. 2026                        Hattuscha: Die Hauptstadt des Hethiterreichs wurde um 1200 v. Chr. verlassen
 
Wie Dürre den ersten Untergang der menschlichen Zivilisation beförderte
Schriftliche Quellen berichten von Hungersnöten, die um 1200 v. Chr. zum Kollaps der ostmediterranen Staatenwelt führten. Vorausgegangen waren offenbar außergewöhn-liche Dürreperioden, hervorgerufen vom Zusammenfallen verschiedener Klimatrends.  
 
Der Brief, den die hethitische Königin Puduhepa an Pharao Ramses II. schrieb, ließ es nicht an Deutlichkeit fehlen: „Ich habe kein Getreide in meinem Land!“ Das war kein Einzelfall. Ein anderer Hethiter-Fürst klagte: „Weißt Du nicht, dass in meinen Ländern der Hunger herrscht?“ Und gegenüber dem Herrscher der Stadt Ugarit wurde dieselbe Bitte mit dem dramatischen Nachsatz versehen: „Es geht hier um Leben und Tod!“

Die Zitate belegen, dass um das Jahr 1200 v. Chr. das hethitische Großreich in Kleinasien und Nordsyrien in eine existenzielle Krise geraten war. Obwohl die Ägypter seinen Verbündeten wiederholt mit Getreidelieferungen unterstützten, verschwand nicht nur das Hethiterreich kurz darauf von der politischen Landkarte des östlichen Mittelmeeres, sondern auch die Herrschaften Syriens, Palästinas, Zyperns und des mykenischen Griechenlands. Mit Verweis auf die Hilfegesuche der Hethiter geht die Forschung davon aus, dass der Zusammenbruch des spätbronzezeitlichen Mächtesystems nicht zuletzt von Dürre- und Hungerkatastrophen angetrieben wurde. Infografik

Welche klimatischen Prozesse dabei eine Rolle spielten, will eine neue Studie der Universität Stockholm zeigen, die in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht wurde. „Anstatt durch ein einzelnes Klimaereignis verursacht zu werden, stellten wir fest, dass die extremsten Dürren auftraten, wenn natürliche Klimazyklen mit unterschiedlichen Zeiträumen zusammenfielen. Dies macht verständlich, warum die Trockenheit im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der späten Bronzezeit so schwerwiegend war“, sagt Katherine Power, Doktorandin am Institut für Physische Geografie und Erstautorin der Studie.

Power und Qiong Zhang, Professorin für Paläoklimamodellierung und Mitautorin, setzten für ihre Studie ein hochmodernes Klimamodell ein, um die Entwicklung des Mittelmeerklimas der letzten 8000 Jahre zu rekonstruieren. Danach wurde der ostmediterrane Raum über Jahrtausende hinweg einem Trend zur Austrocknung unterworfen, der durch langsame Veränderungen der Erdumlaufbahn verursacht wurde. „Überlagert von diesem langfristigen Trend stellten wir auch kurzfristigere Schwankungen im Atlantischen Ozean und in der Atmosphäre fest“, erklärt Katherine Power.

Die Wissenschaftlerinnen stellten fest, dass die schwersten Trockenperioden dann auftraten, wenn mehrere natürliche Klimazyklen zusammentrafen, sich gegenseitig vorübergehend verstärkten und auf diese Weise Dürren hervorbrachten, die weitaus intensiver waren als der langfristige Austrocknungstrend allein. „Das Zusammenwirken dieser Prozesse trieb das östliche Mittelmeer über eine kritische hydroklimatische Schwelle hinaus“ folgert Power. Die Folge war, dass weniger Wasser zur Verfügung stand und damit der Druck auf die Landwirtschaft in Gesellschaften zunahm, die ohnehin mit schwankenden Ernteerträgen zu kämpfen hatten.

Dass Hungerkatastrophen maßgeblich den Zusammenbruch der bronzezeitlichen Staatenwelt befördert haben, wird von zahlreichen Forschern angenommen. In seinem Bestseller „1177 v. Chr. Der erste Untergang der Zivilisation“ hat der amerikanische Archäologe Eric H. Cline „Klimawandel und Dürre“ als zwei von mehreren Ursachen beschrieben, die am Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. in einem verhängnisvollen Bündel zusammenfanden. Denn auch in anderen Regionen des Nahen Ostens hungerten die Menschen. Cline zitiert aus einem Brief aus der Stadt Emar im syrischen Binnenland: „Wir werden alle verhungern. Wenn du nicht schnell herkommst, werden wir des Hungers sterben.“

Lesen Sie auch

Pollenanalysen zeigen, dass es in Syrien und auf Zypern zu großen Umweltver-änderungen kam. Ernteausfälle hatten Hungersnöte zur Folge, die zu sozioökonomischen Krisen, Kriegen und Massenmigrationen führten. Allerdings schränkt Cline ein, „dass es in dieser Region im Laufe der Geschichte ziemlich oft zu Zeiten der Dürre kam und dass sie meistens nicht zum Zusammenbruch einer ganzen Zivilisation führten ... Klimawandel, Dürren und Hungersnöte (reichen) allein nicht aus, um das Ende der Spätbronzezeit zu erklären.“ 

  • Der Zusammenbruch der archaischen Zivilisation.  
  • Bronzezeitliche Zeitenwende. 
  • Der Krieg um Troja
  • Das katastrophale Ende der Bronzezeit.
  • Stattdessen gebraucht der Archäologe das Bild von einem globalen Systemkollaps, hervorgerufen durch Dominoeffekte. Handelsrouten wurden unterbrochen, komplizierte Verteilungs- und Verarbeitungssysteme gerieten in Schieflage, Kriege um schwindende Ressourcen erodierten die Reiche, Naturkatastrophen wie Erdbeben und Dürren provozierten Aufstände und Migrationen.

    Power und Zhang verstehen ihre Studie allerdings nur bedingt als Beitrag zur aktuellen Klimadebatte. Zwar zähle das Mittelmeergebiet zu den globalen Brennpunkten des Klimawandels und werde den Prognosen zufolge im Laufe des kommenden Jahrhunderts wärmer und trockener werden. Aber: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das künftige Dürrerisiko nicht nur von der langfristigen, vom Menschen verursachten Erwärmung abhängt, sondern auch davon, wie die natürliche Variabilität im Atlantik mit diesem allgemeinen Trend interagiert“, sagt Katherine Power.

     

    Ihr Wort fand Gehör...

     Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen und frühere deutsche Außenministerin, in ihrem UN-Büro.      zu öffentliche Angelegenheiten   

    ...und wir vermissen sie noch immer
    - so hat noch keiner über Annalena B. gesprochen.

     

     

    Dienstag, 28. Juli 2026

    Haben Farben Bedeutungen?


    aus Tagesspiegel.de, 27. 7. 2026                                                                                   
      zu Jochen Ebmeiers Realien

    Das Meer im Kopf:  
    Wie eine einzige Farbe Urlaub im Gehirn auslöst
    Blau ist weltweit die Lieblingsfarbe der Menschen – das ist kein Zufall. Ein Farbpsychologe erklärt, was die Farbe mit unserem Gehirn, unseren Gefühlen und unserer Sehnsucht macht
     
    Strand und Meer: Das genießen in den Sommerferien viele Urlauber. Doch warum fasziniert das Meer so sehr, dass viele Menschen da immer wieder hinwollen? Und warum reicht schon das azurblaue Meer, um positive Gedanken auszulösen? 

    Axel Buether von der Bergischen Universität Wuppertal verweist auf Mechanismen im Gehirn, die bei einem bestimmten Blauton das Erlebnis „Meer“ wieder aufrufen können. „Die Farbe wirkt dann wie ein äußerer Trigger – ähnlich wie eine Melodie oder ein vertrauter Geruch“, sagt der Farbpsychologe. „Wir sehen nicht nur Blau und denken ans Meer, sondern erinnern uns auch körperlich an das Schwimmen, an sommerliche Erholung und an schöne Erlebnisse.“ Das könne für einen Moment glücklich machen. 

    Aber warum ist es ausgerechnet die Farbe Blau, die diesen Trigger auslöst? Blau sei in der Natur vor allem die Farbe des Himmels, des Wassers und der Ferne, sagt Buether. „In unserer Wahrnehmung tritt also etwas zurück, öffnet den Raum und vermittelt Weite.“ Deshalb würden viele Menschen Blau mit Ruhe, Freiheit und Vertrauen verbinden.

    Und das gilt demnach nicht nur für Europa. „Blau gehört weltweit zu den am positivsten konnotierten Farben und ist international die Lieblingsfarbe besonders vieler Menschen“, sagt Buether. Blau sei eine Sehnsuchtsfarbe, von der es viele Varianten gebe: „Meerblau wirkt frisch, feucht oder eisig. Azurblau weckt friedliche Assoziationen. Ultramarinblau kann etwas Wehmut hervorrufen.“

    Das zeige sich auch in kulturellen Bildern und Religionen. „Es ist sicher kein Zufall, dass Maria im Christentum häufig blaue Kleidung trägt“, vermutet Buether. Und schon die alten Ägypter hätten das tiefblaue Gestein Lapislazuli für Schmuck, Kultgegenstände und Grabbeigaben verwendet.

    Generell spielen Farben eine größere Rolle, als vielen bewusst ist. Sie beeinflussen, wie wir wahrnehmen, fühlen, uns orientieren und auch, wie wir uns entscheiden – etwa beim Blick auf eine Ampel. „Farben können körperliche Zustände beeinflussen, Stimmungen erzeugen und Bedeutungen vermitteln“, sagt der Wissenschaftler Buether.

     Wichtig seien aber nicht nur festgelegte Bedeutungen – Rot an der Ampel heißt Stopp! –, sondern auch individuelle persönliche Erfahrungen. Das betrifft auch die Sehnsuchtsfarbe Blau, die mitunter negativ besetzt sein kann. „Wenn uns ein blaues Auto angefahren hat, kann die Farbe Panik auslösen. Das gilt ebenso für Todesangst auf dem Meer“, sagt der Farbpsychologe.

    „Farben sind keine rein physikalischen Eigenschaften, sondern entstehen erst durch die Verarbeitung von Lichtreizen in unserem Gehirn“, sagt der Forscher. „Draußen gibt es Materie und elektromagnetische Strahlung – die wahrgenommene Farbe entsteht in uns.“ Der Wissenschaftler zieht eine Parallele zur Sprache: Bei der gebe es zunächst nur Schallwellen. Erst im Gehirn würden daraus Wörter, Sätze und Bedeutungen. (dpa)

     

    Nota. - Das ist fast zu trivial, um darüber Worte zu verlieren: Dem Eskimo sagt man heute nicht mehr; dem Inuit kommt bei Weiß im Gemüt ganz was anderes vor als dem Azonasindianer sagt man auch nicht mehr -nativen, und bei Grün erst recht; und beiden wird bei Blau ganz anders: Die einen kennen es kaum, die andern haben mehr als genug davon, und das seit Tausenden von Jahren. 

    Informationswert hat aber der letzte Absatz. Der Verfasser der Unter-Überschrift scheint ihn nicht gelesen zu haben.
    JE 

     

    Montag, 27. Juli 2026

    Eins ist mal sicher:

                                                  zu öffentliche Angelegenheiten 
    Ein gewiefter Strippenzieher ist er nicht.
    Man muss doch auch mal was Positives über ihn sagen. 

     

     

    Eine neue Ära der Chemie?

    3D-Darstellung einer molekularen Struktur mit kugelförmigen Atomen, die durch Stäbe verbunden sind. Die Kugeln und Stäbe sind in verschiedenen Violetttönen gehalten, umgeben von einer nebligen Wolke. Der Hintergrund ist in einem sanften Farbverlauf von Lila zu Blau gehalten. Die Darstellung betont die räumliche Anordnung und Verbindung der Atome.                         zu Jochen Ebmeiers Realien
    aus spektrum.de, 21.07.2026                                                                                   Seit Jahrzehnten diskutieren Fachleute, was chemische Bindungen sind. Ein neues Modell stellt jetzt die Vorstellung des gleichberechtigten Elektronenpaars auf den Prüfstand

    Paar-Trennung: Neues Modell stellt Grundlage der Chemie infrage 
    Das Elektronenpaar ist die Grundlage klassischer chemischer Bindungen. Ein Modell legt nun eine ungleiche Partnerschaft nahe: Manchmal macht eins der Elektronen schlicht nicht mit. 

     

    Blog-Archiv

    Übergang von der Wildbeuter- zur Ackerbaukultur.

      Aquiry-Kultur;  zu   öffentliche Angelegenheiten Der  Übergang von der Wildbeuter- zur Ackerbaukultur war zumindest in Europa kein gradl...