W. Busch zu Geschmackssachen... Die Sicherheit eines Urteils hängt natürlich auch ab von dem Modus, in dem es verfasst ist. Klar und deutlich alias bestimmt ist nur der Begriff. Als Teilhaber eines Kommunikationsnetzes ist er nicht nur logisch durch die andern Begriffe, sondern auch faktisch durch den Austausch der verkehrenden Personen verbürgt. Rein lo-gisch betrachtet, ist ein in Begriffe gefasstes Urteil ewig, oder genauer gesagt, es liegt jenseits von Raum und Zeit. 'Sicherer' geht nicht - mit der Einschränkung, dass ein Urteil nur gilt, wenn es von mindestens Einem geteilt wird - in Raum und Zeit.
Allerdings lassen sich Geschmacks-, nämlich ästhetische Urteile schlechterdings nicht in Begriffe fassen, weil sie nicht aus (begriffener) Erkenntnis stammen, so-ndern aus unmittelbarem Erleben. Und das lässt sich allenfalls mit Wörtern (nomi-nis) markieren, die aber nicht durch ein Bedeutungsnetz definiert sind, sondern von jedermann nach eigenem Gutdünken verwendet und verstanden werden kön-nen, nämlich müssen. Denn was sie bezeichnen, sind Qualitäten und keine Relati-onen. Doch nur Relationen können diskursiv dargestellt werden. Qualitäten kann man nur anschauen.
Kommentar zu Geschmacksurteile fallen im Gehirn.JE, 27. 2. 22.
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