Dienstag, 2. Juni 2026

Chinas Dilemma.

                                     zu öffentliche Angelegenheiten         

Der chinesische Traum möchte wohl auch Putins Traum sein: ein weltmarktfähiger Staatskapitalismus mit dynamischer privatkapitalistischer Speerspitze unter enger Kontrolle einer straff charismatisch geführten Einheitspartei mit einer arkanischen Nationalmythologie. Auch weltpolitisch kommen sie sich näher. Putins 'eurasische' Idee passt gut auf einen russisch-chinesischen Block.

Aber das staatskapitalistische Modell ist eine Chimäre. Es kann nicht anders funk-tionieren - wenn es funktioniert - denn als ein bürokratisches Monstrum, und Büro-kratie ist Korruption und Unsachlichkeit, da mögen die zyklischen Reinigungskam-pagnen noch so terroristisch durchgeführt werden. Ein monolithischer Staat müsste totalitär verfasst sein, aber bei seiner privat- und staatskapitalistischen Doppelnatur kann er nicht totalitär verfasst sein. 

Die konfuzianische Reichsbürokratie hielt eine asiatische Wasserbaugesellschaft zu-sammen, die ohne sie nicht bestehen konnte. Eine sozusagen säkularisierte "Partei", die sich bei einer - wie bei Kung Fu Ze - rein pragmatischen Mentalität aus den je-weils Besten eines Studienjahres rekrutiert, wäre, gerade weil sie entbehrlich und für den Auftritt auf dem Weltmarkt sogar hinderlich ist, nicht nur Spiegel, sondern Hohlspiegel aller widerstreitenden sozialen Interessen. Es ist zu befürchten, dass das mit einem ganz großen Knall endet, an den sich die Welt noch lange erinnern wird. 

Es ist zu hoffen, dass es nicht erst soweit kommt. Aber knallen dürfte es noch oft und laut. An ein Ende der Geschichte ist vorerst nicht zu denken.
21. 2. 15

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