zu öffentliche Angelegenheiten Der
chinesische Traum möchte wohl auch Putins Traum sein: ein
weltmarktfähiger Staatskapitalismus mit dynamischer
privatkapitalistischer Speerspitze unter enger Kontrolle einer straff
charismatisch geführten Einheitspartei mit einer arkanischen
Nationalmythologie. Auch weltpolitisch kommen sie sich näher. Putins
'eurasische' Idee passt gut auf einen russisch-chinesischen Block.
Aber das staatskapitalistische Modell ist eine Chimäre. Es kann nicht anders funk-tionieren - wenn es funktioniert - denn als ein bürokratisches Monstrum, und Büro-kratie ist
Korruption und Unsachlichkeit, da mögen die zyklischen
Reinigungskam-pagnen noch so terroristisch durchgeführt werden. Ein
monolithischer Staat müsste totalitär verfasst sein, aber bei seiner privat- und staatskapitalistischen Doppelnatur kann er
nicht totalitär verfasst sein.
Die konfuzianische Reichsbürokratie
hielt eine asiatische Wasserbaugesellschaft zu-sammen, die ohne sie nicht
bestehen konnte. Eine sozusagen säkularisierte "Partei", die sich bei
einer - wie bei Kung Fu Ze - rein pragmatischen Mentalität aus den je-weils
Besten eines Studienjahres rekrutiert, wäre, gerade weil sie entbehrlich
und für den Auftritt auf dem Weltmarkt sogar hinderlich ist, nicht nur
Spiegel, sondern Hohlspiegel aller widerstreitenden sozialen Interessen.
Es ist zu befürchten, dass das mit einem ganz großen Knall endet, an
den sich die Welt noch lange erinnern wird.
Es ist zu hoffen, dass es nicht erst soweit kommt. Aber knallen dürfte es noch oft und laut. An ein Ende der Geschichte ist vorerst nicht zu denken.
21. 2. 15
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