zu Philosophierungen Man mag es in den Dokumenten nachsehen: Aller Dogmatismus geht von den Be-griffen aus. Woher sie gekommen sein mögen, sagt er nicht - oder höchstens: Das kann man nicht wissen, das muss man glauben.
Alle Metaphysik beginnt daher mit der Suche nach dem allerersten Begriff. Doch da das wirkliche Wissen von Begriffen voll ist wie der Himmel von Sternen, ist das kein aussichtsreiches Unterfangen; ebenso gut könnte man würfeln, denn logisch ist einer so gut wie ein anderer.
Aus den Dokumenten weiß man aber, dass nicht alle unserer Begriff auf einmal fix und fertig da waren, sondern unter Mühen nach und nach und oft genug aus ein-ander entstanden sind.
Es liegt der Gedanke nahe, dass der erste Begriff nicht als Offenbarung urplötzlich auf die Welt gekommen ist, sondern sich wie so vieles andere auf dieser Welt aus Vorläufern entwickelt hat.
Erfahrung, sagten die englischen Empiristen.
Doch Erfahrung geschieht nicht als Anhäufung von Sinnesdaten, sondern durch deren Ordnung nach... Begriffen. Aus diesem Einwand ging die Kantsche Kritische Philosophie hervor: Man kann nicht nach dem Vorläufer des Begreifens suchen, wenn man sich dabei der Begriffe bedient. Denn deren Vorgeschichte ist uns nicht dokumentiert, weil sie... eben "noch nicht" in Begriffen überliefert wurde.
Man muss es daher spekulativ ergründen. Nicht aus historischen Spuren suchen, sondern im Gedankenexperiment ausprobieren.
Gedanken sind Begriffe, die noch keine Form gefunden haben: alles Denken, das einstweilen noch unbestimmt ist und allenfalls in Bildern mitgeteilt werden kann; auf die Gefahr hin, dass ein jeder sie anders erkennt.
Wir nennen sie Vorstellungen. Sie sind offenbar der Rohstoff, aus dem die Begriffe geschliffen wurden: Das nennen wir Reflektieren, und ohne den Rohling geht es nicht.
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