Mittwoch, 24. Juni 2026

Die Katze ist aus dem Sack.

Mittagessen in einer Ganztagsschule in NRW
aus Tagesspiegel.de, 27.12. 2019                                                                            aus Levana, oder Erziehlehre

Kommunen fürchten Scheitern der flächendeckenden Ganztagsbetreuung 
Ab 2025 soll es einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen geben. Doch die Umsetzung droht zu scheitern, warnen die Kommunen.

Der Deutsche Städtetag sieht große Probleme mit dem für 2025 geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Es werde bis dahin "kaum gelingen, ausreichend Fachkräfte mit den notwendigen pädagogischen Qualifikationen zu finden", sagte der Hauptgeschäftsführer der Organisation, Helmut Dedy, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Ein Ganztagesbetrieb macht zudem an den Schulen den Bau von zusätzlichen Räumen nötig für die Mittagsverpflegung, die individuelle Förderung von Schul-kindern und mehr Freizeitmöglichkeiten", erläuterte Dedy. "Das wird nur schrittweise möglich sein." 

Bund und Länder müssten "einen erheblich größeren Anteil an den Investitions-kosten übernehmen und sich dauerhaft an den Betriebskosten beteiligen", forderte Dedy. Die bisher vom Bund eingeplanten Mittel von zwei Milliarden Euro deckten nur einen kleinen Teil der notwendigen Investitionen von etwa 7,5 Milliarden Euro. Die jährlichen Betriebskosten bezifferte Dedy auf 4,4 Milliarden Euro. Er berief sich auf Schätzungen des Deutschen Jugendinstituts. "Die Kommunen brauchen einen realistischen Zeitplan und hinreichend Finanzmittel", resümierte Dedy. "Nur dann kann das Projekt Rechtsanspruch bundesweit gelingen." 

Den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter soll es laut Koalitionsvertrag von Union und SPD ab dem Jahr 2025 geben. Zur Vor-bereitung beschloss das Bundeskabinett Mitte November die Einrichtung eines Sondervermögens, um die eigentlich zuständigen Länder zu unterstützen. In den Jahren 2020 und 2021 sind jeweils eine Milliarde Euro für das Sondervermögen vorgesehen. Die Mittel können bis Ende 2028 ausgegeben werden. 


Nota I. -  Haben Sie's bemerkt? Die Zeit des pädagogisch-Lyrischen is over. Wo's jetzt ernst wird und ums Geld geht, reden sie Prosa. Mehr lernen, Integration, sozi-aler Ausgleich? Das war alles für die Galerie. Um Betreuung geht es den ganzen Tag, damit die Mütter dem Arbeitsmarkt flächendeckend zur Verfügung stehen.

Alle haben es immer gewusst, aber weil sie unter derselben Decke stecken, hat es keiner gesagt. Und immer noch klingt es nur zwischen den Zeilen durch, doch weil sich's von selbst versteht, reicht das.
27. 11. 19 
 
Nota II. -  Sie haben's vielleicht gar nicht bemerkt: Der Post ist sieben Jahre alt. Aber er könnte von heute stammen. Wieviele Wörter sie immer ablassen: Die Ganztagsschule kommt nicht vom Fleck - heute wie damals. Welche fiskalischen und administrativen Hemmnisse immer vorgeschoben werden - der wahre Grund ist, dass Eltern sie aus Rücksicht auf ihre Kinder gottlob nicht wollen. Kindheit ist zu schade, um am Smartphone verdaddelt zu werden, das ist wahr. Aber sie statt-dessen den fürsorglichen Staatsbediensteten überlassen wäre gewissenlos.
JE                                                             
 
 

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