Aquiry-Kultur; zu öffentliche AngelegenheitenDer Übergang von der Wildbeuter- zur Ackerbaukultur war zumindest in Europa kein gradliniger, sondern ein gebrochener. Mit dem Ende der Eiszeit hatten sich die jagdbaren großen Säugetiere nach Norden zurückgezogen und Jagen und Sammeln wurde prekärer, so dass die Zuwanderer aus dem Balkan freie Bahn fanden. Wo die Jagdbedingungen günstiger blieben, fand der Ackerbau zunächst keine Verbreitung, weil die stärkehaltige Getreidenahrung der proteinhaltigen Jagdbeute qualitativ un-terlegen war und nur aus Not Nachahmer fand.
Doch brachte die verbreitete Exo-gamie nach und nach eine Vermehrung von Frauen aus den benachbarten Bauern-wirtschaften: Der Übergang vom Sammeln von Pflanzen zu ihrer Kultivierung auf dem Feld kann in der Tat stetig stattfinden: Bedingung ist nur die Sesshaftigkeit, die beim Fischen eher möglich ist als beim Jagen. Der Eindruck, die bäuerische Lebensart sei ein eher weiblicher Beitrag zur Kulturgeschichte, findet so seine Rechtfertigung.
Wie sich der Ackerbau freilich im Fruchtbaren Halbmond des Nahen Ostens ausbilden konnte, bleibt ein Rätsel.
31. März 2026
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