John Martin, Sodom&Gomorrha zu öffentliche Angelegenheiten Der 'Systemkollaps' im Ersten Weltkrieg war nicht bloß der Untergang einer "libe-ralen" Freihandelsordnung unter britischer Hegemonie; es war eine Zerrüttung des Weltmarkts und globale Krise der Produktivkräfte: Erst 1939, zu Beginn des Zwei-ten Weltkrieges, hatte der Welthandel wieder das Volumen von 1913 erreicht, um sogleich in eine noch gigantischere Vernichtung von Arbeitskraft und Industrie-anlagen zu stürzen. Die Produktivkräfte haben aufgehört zu wachsen, schrieb Leo Trotzki, und identifizierte den Krieg als die finale Todeskrise der bürgerlichen Welt, die nur entweder mit dem Untergang des Kapitalismus oder dem Untergang der Zivilisation enden könne.
So ist es nicht gekommen. Für das Kapital gibt es keine ausweglose Situationen. Die Zweiteilung der Welt und der Kalte Krieg haben für eine neue Stabilität gesorgt, die auch den Zerfall des Sowjetblocks überstanden hat. Die Frage, die sich heute stellt, ist, ob sie auch den Versuch seiner Wiederherstellung überstehen kann. Diese Krise ist zwei Nummern kleiner, aber für uns Lebende gerade groß genug.
Der
Untergang der archaischen Mittelmeerkultur um 1200 v. Chr. ist ein
Problem für sich. Ein historisches, kein zeitgeschichtliches. "Strukturen"
entpuppen sich in aller Regel als bloße Analogien. Die haben auch
ihren Wert, aber bloß einen kleinen, den man sorgfältig suchen muss.
25. 4. 2022
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