Mittwoch, 6. Mai 2026

Die Welt ist ein Horizont und keine Superformel.

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'Man kann unmöglich meinen, die Welt ließe sich in Formeln auflösen, wenn man nicht vorher meint, sie sei aus Formeln zusammengesetzt.' -

Begriffslogisch ist das nur mit vielem Hin und Her und mit Winkelzügen nachzu-weisen. Doch die Begriffe sind selber nicht die Bausteine, aus denen die Welt auf-gebaut ist. Die Welt ist kein Universalbegriff. Die Welt ist eine Vorstellung, genauer: Sie ist der Horizont, in dem alle Vorstellungen gemeint, vulgo vorgestellt werden. Die Vorstellungen von den Dingen und ihren Vorkommnissen sind a priori  in die-sen Horizont hineingemeint.  

Genauer gesagt: Wer immer sich einzelne Dinge und einzelne Vorkommnisse vor-stellt, kommt bei genauerer Betrachtung nicht umhin, sie in der Vorstellung eines Horizonts zu situieren; und von diesem Punkt an muss er meinen, der Horizont sei 'früher dagewesen', als die Dinge und ihre Vorkommnisse; so wie die Bühne früher da ist, als das Stück, das gegeben wird. 

Die Welt ist Vorstellung, aber nur, wenn und weil sie gewollt wird.

 

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