Samstag, 9. Mai 2026

Langsam drängts.

                                   zu öffentliche Angelegenheiten

Vor gut einem Jahr habe ich noch geschrieben, er habe sich besser geschlagen, als zu befürchten war. Richtig falsch hätte er bis damals nicht gemacht. Heute muss ich nachtragen: Richtig richtig aber auch nicht. Dass er sich, neu im Amt, als Außen-kanzler ins Zeug gelegt hat, war nicht falsch. Für Europas Stellung in der Welt und Deutschlands Rolle in Europa war's schon richtig. Aber zum amerikanisch-israeli-schen Krieg gegen Persien fällt ihm nichts ein. Der russische Krieg gegen die Ukra-ine ist weltpolitisch vorrangig, das stimmt. Doch akut ist Persien zu brenzlig, um einfach zur Seite zu treten. Hat er wenigstens versucht, einen europäischen Stand-punkt zu formulieren?

Für sein eigentliches Geschäft, von dem Deutschlands Rolle in der Welt schließlich abhängt, hat er dagegen noch gar nichts erreicht oder auch nur versucht: eine ent-schiedene Mitte zu formieren, die mit den antiquierten Ideologien und antiquari-schen Perteiapparaten der Nachkriegszeit aufräumt, indem sie die deutsche Politik um eine neue Achse gruppiert.

Er sagt, eine Minderheitsregierung will er nicht. Aber vielleicht ist es der einzige Weg, die längst zerbröckelten Mäuerchen zu überwinden. Zuerst dachte ich, das müsse er behutsam angehen. Aber inzwischen glaube ich, er hat - wie vor ihm Angela Merkel - diese Aufgabe noch gar nicht erkannt. 

 

 

 

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