Corinth, Samson zu Jochen Ebmeiers Realien, zu PhilosophierungenBegriffe ohne Anschauung seien leer und Anschauung ohne Begriff sei blind, heißt es bei Kant. Jedes reale Wissen beruhe auf Erfahrung.
In Relativitätstheorie und Quantenphysik können wir Sachen denken, die auf Mo-dellprognosen beruhen. Wenn die Modelle richtig sind und ihrerseits aus Erfah-rungsdaten errechnet waren, beruhen sie selber auf Erfahrung. Je mehr Rechen-schritte zwischen den zugrundeliegenden Experimenten und den prognostizierten Daten liegen, umso mehr kleinste Fehler können sich einschleichen. Doch die Re-chenfehler derer, sie sie anwenden, berühren nicht die Gültigkeit der theoretischen Modelle. Die kann nur durch Rechen- und Denkfehler in den Modellen selbst oder durch nachträglich entdeckte Messfehler bei den experimentell zugrundegelegten Daten beeinträchtigt werden.
Je mehr Rechenarbeit* zwischen dem Modell und den Hypothesen liegt, umso we-niger können jene vorgestellt werden. Vorstellung ist ein Rückgriff der Intelligenz auf gehabte innere oder äußere Anschauung, und die wird von Rechenschritt zu Rechenschritt blasser.
Einer, der was von Physik versteht, würde sich geschickter ausdrücken. Doch etwas anderes könnte er nicht sagen.
*) Mathematik gründet auf Anschauung, aber nicht das Rechnen selbst.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen