Mittwoch, 7. Januar 2026

Mathematik hat einen Mathematiker zur Voraussetzung.

 Deus geometer                                      zu Philosophierungen

Es liegt auf der Hand, daß weder Dinge an sich miteinander im Verhältnisse von Ursache und Wirkung stehen können noch Erscheinung mit Erscheinung: womit sich ergibt, daß der Begriff »Ursache und Wirkung« innerhalb einer Philosophie, die an Dinge an sich und an Erscheinungen glaubt, nicht anwendbar ist. Die Fehler Kants –

Tatsächlich stammt der Begriff »Ursache und Wirkung«, psychologisch nachgerech-net, nur aus einer Denkweise, die immer und überall Wille auf Wille wirkend glaubt, – die nur an Lebendiges glaubt und im Grunde nur an »Seelen« (und nicht an Din-ge). Innerhalb der mechanistischen Weltbetrachtung (welche Logik ist und deren Anwendung auf Raum und Zeit) reduziert sich jener Begriff auf die mathematische Formel – mit der, wie man immer wieder unterstreichen muß, niemals etwas begrif-fen, wohl aber etwas bezeichnet, verzeichnet wird. [554]
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Nietzsche, Aus dem Nachlass (XII)



Nota. - Das ist fein beobachtet: dass auch das mathematische Weltbild insgeheim den Willen und den Handelnden impliziert. Denn noch die simpelste mathemati-sche Gleichung vollzieht sich ja nicht von allein. Die Operation setzt einen voraus, der operiert. Das wird durch die dürren Zeichen lediglich verdeckt. Die Mathematik beschreibt nicht, was ist, sondern was getan werden kann.
JE

 

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