Sonntag, 11. Januar 2026

Grund und Figur, oder: Absicht und Reflexion.

Escher, Zw. Himmel & Wasser         zu Ebmeiers Realien

Wenn sich die vorgestern berichtete Forschung bestätigt, würde bereits das Gehirn von sich aus...

1) im wahrgenommenen Anblick Figur und Grund unterschieden.

Es täte das nicht zufällig, denn... 

2) das, was das Konzeptneuron als Figur spreichert, wäre dasjenige, worauf in der ursprünglichen Anschauung abgesehen wurde. Als Grund würde von andern Neuro-nen gespeichert, was 'sonst noch' gesehen wurde.

3) Da sie unabhängig von einander gespeichert sind, würden sie jederzeit wieder mit einander zu einer neuen Gestalt zusammengesetzt werden können. Was einmal im Grund vorhanden ist, kann als Figur herausgehoben, und was Figur war, kann in andere Gründe aufgenommen werden.

4) Die neue Verknüpfung geschähe willkürlich durch erneutes Absehen auf... Es könnten so viele Gestalten neu vorgestellt werden, wie Kombinationen möglich sind - ohne dass Sinneszellen wieder tätig werden müssten.

5) Und das in einem ununterbrochenen systemischen Prozess.  

Anschauung wäre nicht schon die Aktion von Sinneszellen, sondern frühestens ihre gleichzeitige und unabhängige Speicherung. Und es würde verständlich, warum vor-stellen mehr ist als anschauen.

Das sind vorläufige Mutmaßungen. Weitere Forschung wird sie bestätigen oder verwerfen.

 

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