
aus scinexx.de, 15. Juli 2024 Tachyonen sind schneller als das
Licht – jedenfalls in der Theorie. zu Jochen Ebmeiers Realien
Keine bloße Science-Fiction: Tachyonen können schneller fliegen als das Licht – zumindest besagen dies einige physikalische Modelle. Doch ob diese hypothetischen Teilchen mit der Relativitätstheorie vereinbar sind und über Quantenfeldtheorien beschrieben werden können, ist strittig. Jetzt haben Physiker eine mögliche Lösung dieses Dilemmas veröffentlicht – und die Diskussion neu entfacht. Was aber ist das Problem mit den Tachyonen?
Sie klingen wie aus Star Trek oder einem andern Science Fiction-Szenario: Tachyonen sind hypothetische Teilchen, die mit Überlichtgeschwindigkeit durch das All rasen und damit sogar rückwärts in der Zeit reisen können. Das klingt wie ein klarer Verstoß gegen Einsteins Spezielle Relativitätstheorie, nach der nichts schneller sein kann als das Licht. Selbst masselose Teilchen wie die Photonen erreichen demnach maximal eine Geschwindigkeit von rund 300.000 Kilometer pro Sekunde.
Schneller als das Licht?
Doch 1962 wiesen Physiker nach, dass Einsteins Feldgleichungen zwar das Überlicht-Tempo für Teilchen mit Masse verbieten, es aber eine Lücke gibt. Demnach könnte es theoretisch Teilchen geben, deren quadrierte Masse einen negativen Wert hat und die dadurch das Einstein’sche Tempolimit überschreiten können. Sie müssten allerdings ausschließlich überlichtschnell unterwegs sein, so die Theorie.
Möglich wird dies, weil diese Teilchen mit steigender Geschwindigkeit an Masse und Energie verlieren – genau umgekehrt wie alle normalen Teilchen. Um diese überlichtschnellen Teilchen bis auf Lichtgeschwindigkeit oder darunter abzubremsen, müsste man ihnen demnach unendlich viel Energie zuführen. 1967 prägte der US-Physiker Gerald Feinberg für diese hypothetischen Partikel erstmals den Begriff „Tachyonen“ und lieferte eine erste Erklärung auf Basis der Quantenphysik. Demnach entstehen die Tachyonen – ähnlich wie das Higgs-Boson – durch die spontane Symmetriebrechung eines im Universum präsenten Skalarfelds.

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