Der makroskopische Quantenmechaniker
Der Physik-Nobelpreisträger Anthony Leggett ist im Alter von 87 Jahren verstorben.
von Alexander Pawlak
Mit Sir Anthony James Leggett ist am 8. März einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Festkörperphysik und der Quantenmechanik makroskopischer Systeme gestorben. Für seine bahn-brechende Arbeit zur Superfluidität erhielt er 2003 zusammen mit Alexei A. Abrikosov und Vitaly L. Ginzburg den Physik-Nobelpreis. Leggett war seit 1983 John D. and Catherine T. MacArthur Professor of Physics an der University of Illinois Urbana-Champaign und bis zuletzt aktiv in der Physik.
... Obwohl Leggett wie kaum ein anderer die Theorie der Quantenmechanik berei-chert hat, blieb
er skeptisch in Bezug auf ihren Status. Auf die Frage nach seiner grundlegenden Perspektive
auf das Verständnis der Quantenmechanik sagte er 2023: „Ich bin der
festen Überzeugung, dass es sich nicht lohnt, zu viel Zeit damit zu
ver-bringen, die Quantenmechanik in ihrer derzeitigen Form zu verstehen
oder zu interpretieren. Es gibt viele Menschen, die ihr gesamtes
Berufsleben damit ver-bringen, genau das zu tun, und ich halte das
wirklich für sinnlos, einfach weil ich ziemlich überzeugt bin, dass in
100, 200 oder 500 Jahren die Menschen nicht mehr glauben werden, dass
die Quantenmechanik die ganze Wahrheit ist.“
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