zu Levana, oder Erziehlehre,Strukturen, Theorien, Methoden - das ist unterm Strich alles ziemlich egal. Was zählt, ist der Lehrer. Und wohl eben nicht seine spezifischen Fertigkeiten: Denn dann käme es auf Strukturen, Theorien, Methoden eben doch an; zwar nicht un-mittelbar, aber mittelbar: nämlich indem sie die Lehrer fitter machen für den Un-terricht. Auch hier geht es nicht um einzelne "Kompetenzen" oder skills. Denn mehr als ein Experte ist der Lehrer ein performer. Er ist ein Darstellungskünstler. Das kann man nicht 'werden', das muss man sein. Natürlich macht Übung den Meister, aber ein Talent, das man ausbilden kann, muss schonmal da sein.
Darum ist das Problem der Schulen auch nicht in erster Linie die Lehrerausbildung, sondern die Rekrutierung. Die Bedingungen, unter denen Lehrer ihren Beruf aus-üben, müssen so sein, dass sie die Geeigneten anziehen und die Ungeeigneten ab-weisen - denn eine Charakterprüfung als Zugangsbedingung zum Beruf kommt nicht in Frage: weil sich nicht objektivieren lässt, um welche Charaktermerkmale es geht - und weil sie sich ohnehin nicht messen ließen; aber vor allem, weil sich vorab nicht bestimmen lässt, wer zum Prüfen der Eignung geeignet ist.
Mit andern Worten, auch bei der Reform der Lehrerschaft geht es nicht um Struk-turen, Theorien und Methoden. Auch da kann man basteln, soviel man will; es ko-stet nur Zeit, Geld und Humanressourcen. Die gesellschaftliche Grundstimmung müsste sich ändern. Leute, die sich dazu begabt fühlen, müssten in den Beruf strö-men; Leute, die sich darauf freuen, jeden Tag eine gelungene Darbietung liefern zu müssen und zu können; Leute, die sich gerne überraschen lassen und sich auch un-befangen der Routine hingeben können, wenn sich's grade so ergibt.
Einstweilen ist es noch so, dass solche Leute um den öffentlichen Dienst einen großen Bogen machen.
PS. Gut wäre auch, wenn die Öffentlichkeit vom Unterricht nicht länger erwarten würde, dass er "funktioniert".
16. 12. 19
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