aus Tagesspiegel, 21. 3. 2026 zu öffentliche Angelegenheiten
Zwar werde es in der Pflege und im sozialen Bereich immer sehr viel zu tun geben. Auch das Handwerk werde im KI-Zeitalter nicht von Computern erledigt, sagte Wildberger. „Und es werden neue Jobs geschaffen, von denen wir noch gar nichts wissen.“ Aber: „Die Zeit, in der die Industrie eine Jobmaschine war, geht zu Ende“, sagte Wildberger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er appelliere daher an Arbeit-geber, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft: „Wir müssen uns zusammenraufen und die Zukunft neu gestalten.“
Wildberger forderte: „Wenn die KI den Informatikern, Mathematikern und vielen anderen ihre Jobs wegnimmt, dann brauchen diese Menschen eine andere sinnvolle Betätigung.“
KI abzulehnen, wäre die falsche Antwort, denn sie lasse sich nicht aufhalten, sagte er: „Wir können und müssen alles tun, um auch als Gesellschaft von der KI zu profitieren, und wir können nicht zulassen, dass das große Geld weiterhin fast ausschließlich in den USA und in China gemacht wird.“
Wildberger weiter: „Ich kann verstehen, dass viele Menschen Angst haben. Angst um den eigenen Job, Angst um die Zukunft der Kinder und der Gesellschaft.“ Die Politik könne immerhin Rahmen setzen. „Was die Politik nicht kann: den Menschen die Aufgabe abnehmen, ihr Schicksal auch in die eigene Hand zu nehmen, nach Chancen zu suchen und sie zu nutzen.“
Wenn Deutschland künftig die KI-Technologie führend anwende, werde sie zu deutlich überproportionalem Wachstum führen, zeigte sich Wildberger überzeugt. „Das wäre eine Grundvoraussetzung, um diesen Wandel überhaupt gestalten zu können. Denn wir brauchen deutlich höhere Steuereinnahmen, damit wir mit dem Geld den Jobmarkt umbauen können.“
Wildbergers Vorschlag: „Ich bin überzeugt, dass ein bedingungsloses Grundein-kommen ein Teil der Lösung werden kann, um die Umwälzungen am Arbeitsmarkt aufzufangen“, erklärte Wildberger. Aber ausreichen werde auch das nicht. „Wir Menschen brauchen eine sinnstiftende Tätigkeit. Kaum jemand kann doch nur zu Hause sitzen und Videos schauen, ohne verrückt zu werden.“ (lem)
Nota. - Die Vernunft kommt immer nur schleichend voran. Warum? Weil sich ihr kein Gegner stellt, den sie überwinden könnte: Die gehen ihr immer aus dem Weg und haben grad was Dringlicheres zu besorgen. Man muss ihnen nachlaufen und dauernd auf die Schleppe treten. Doch sicher ist auch das nicht.
Viele Blätter haben über Wildbergers Auftritt berichtet. Doch dass er die Gelegen-heit nutzte, sich für das bedingungslose Grundeigentum auszusprechen, habe ich nur im Tagesspiegel gefunden.
JE
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