Donnerstag, 6. August 2026

Warum ist der Mensch intelligenter als andere Tiere?

Neuronen des menschlichen Gehirns © ktsdesign / depositphotos.com                 zu Jochen Ebmeiers Realien
aus scinexx.de, 3. 8. 2026 

Warum ist der Mensch intelligenter als andere Tiere?
Neuronen ähneln simplen Microchips und nicht Ein-/Ausschaltern

Die Neurowissenschaft ging lange davon aus, dass Menschen vor allem deshalb intelligenter als andere Tiere sind, weil sie mehr Neuronen besitzen und weil diese stärker miteinander verknüpft sind. Nun wurde entdeckt, dass die Intelligenz auch auf den besonderen morphologischen Aufbau zurückgeht, dank dem menschliche Neuronen nicht wie ein Ein-/Ausschalter funktionieren, sondern wie ein simpler Microchip.

Jerusalem (Israel). Menschen sind den meisten anderen Tierarten in vielen kognitiven Bereichen wie der Sprache und dem abstrakten Denken deutlich überlegen. In der Forschung ging man lange davon aus, dass die hohe Intelligenz des Menschen vor allem darauf zurückgeht, dass sein Gehirn im Verhältnis zu seiner Körpergröße überdurchschnittlich groß ist und besonders stark vernetzt ist. Nun haben Wissenschaftler der Hebrew University of Jerusalem (HUJI) um Idan Segev eine Studie publiziert, laut der das komplexe Netzwerk aus rund 86 Milliarden Nervenzellen im Gehirn eines erwachsenen Menschen nicht allein für die hohe Intelligenz verantwortlich sind.

Wie die Forscher erklären, können einzelne menschliche Neuronen deutlich komplexere Berechnungen durchführen als die Neuronen anderer Säugetiere. Dies könnte dabei helfen zu erklären, wieso Menschen intelligenter sind als Elefanten, die mehr Neuronen besitzen, und intelligenter als Honigbienen, deren Neuronendichte höher ist.

„Menschen stellen sich ein Neuron oft als einen einfachen Schalter vor, der entweder an- oder ausgeht. Was wir zeigen, ist, dass ein einzelnes menschliches Neuron selbst ein außerordentlich hochentwickeltes Rechengerät ist“, erklärt Idan Segev.

„Rechenleistung“ einzelner Neuronen

Laut den Wissenschaftlern um Idan Segev haben Studien zunehmend Hinweise darauf erbracht, dass nicht nur die Zahl der Neuronen, sondern vor allem ihre Eigenschaften entscheidend für die Intelligenz sind. Ein Beispiel dafür sind die Neuronen der menschlichen Großhirnrinde, die besonders lange, verzweigte Dendritenfortsätze besitzen.

 

Nota. - Dass Menschen intelligent sind, unterscheidet sie nicht von den Tieren; sondern nur, dass sie intelligenter sind: Der Unterschied ist bloß graduell. Doch ein rein quantitativer ist er eben auch nicht: Die Neuronen im Menschenhirn sind nicht nur zahlreicher, sondern auch qualitativ anders als beim Tier.
JE 

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