Samstag, 8. August 2026

Von der Ästhetik der Geselligkeit.

 
 
Rubens, Bauerntanz                                                                                                                           aus Geschmackssachen

Zu den natürlichen Bedürfnissen der Menschen gehören außer den physischen - Hunger, Durst, Frost - auch das Bedürfnis nach Geselligkeit. Solange Arbeit (in schwindendem Maß) auch gesellig geschieht, hat sie einen Wert, der über ihren bloß physischen Erhaltungswert hinausweist (und ist nicht nur Mühsal). Aber Gesellig-keit ist - anders als Hunger, Durst, Frost - nicht mit einem immanenten Maß da, sondern um ihrer selbst willen. Sie hat ästhetischen Charakter.

In dem Maße, wie in der Arbeit die Erhaltungsfunktion auf Kosten der Gesellig-keit immer mehr an Boden gewinnt, verbindet sich jene umso enger mit dem Äs-thetischen (Tanz!). Geselligkeit wird Feierabend, "Erholung" = Reproduktion des Arbeitsvermögens. Wird vom Erhaltungswert absorbiert, unterworfen, mediatisiert. Und nun wiederum schwindet das Ästhetische in den privaten Winkel: Es wird ab/solut. 
aus e. Notizbuch, 17. 10. 08

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