Sonntag, 2. März 2025

Die Cowboys haben Europa ...

Liberty Valance                                           zu öffentliche Angelegenheite

... lange genug gedemütigt. Nehmt eure Füße von unsern Tischen!

 

Wissen Sie, warum Europa...

  Tschernobyl                          zu öffentliche Angelegenheiten

...seit einem Jahrhundert nicht so recht zusammenkommt? Weil die Vereinigten Staaten wie ein Bleideckel darauf lasten und alles unter sich auseinanderdrücken; und Russland trägt seins bei.

Vielleicht sollten wir ihnen dankbar sein, ...

bei Sonnenaufgang

... dass sie Europa aus seiner babylonischen Gefangenschaft erlösen.
   Selber hat es sich ja nicht aufgerafft.

 

 

Heut gehts los.


aus welt.de, 2. 3. 2025                                                                                             
zu öffentliche Angelegenheiten

Europa hat seine besten Jahre noch vor sich. Schon heute, beim Gipfeltreffen in London, könnte Good Old Europe mit der Arbeit daran beginnen. 



Das Korn und die Spreu.

Millet, Un vanneu                                                                 aus Philosophierungen

Was er nicht ausspricht, aber durchklingen lässt: Wenn in den Ingenieursdisziplinen zu-sehends an die Stelle des diskursiven, definierte Begriffe durch geprüfte Metho-den regelgerecht verknüpfende Denken die Intuition tritt, gerät die Vernünftigkeit unserer Weltauffassung selbst in Gefahr. Der franzsösische ingénieur stammt vom lateinischen ingenium ab, der eingeborenen Inspiration. Wir würden auf ein neues Geniezeitalter zusteuern, wo begeisterte Führerpersönlichkeiten eine unkontrol-lierte Macht ausüben, die der gesunde Menschenverstand der breiten Massen nur mit offenem Maul anstaunen kann.

Gumbrecht zählt sich sicher selber zu den Inspirierten, da macht ihn die Vorstel-lung eines Großen Comeback der Geisteswissenschaften nicht bange. Aber dass die Intuitionen auch durch eine wetteifernde scientic community schwerer zu kontrol-lieren sind als die rationellen Diskurse, wird er nicht bestreiten. Da kommt mehr Farbe, aber auch mehr Unberechenbarkeit in die Bude: Riskant, wie er richtig sagt.


Es war aber ein Irrtum, die Herrschaft der Vernunft mit Berechenbarkeit gleichzu-setzen. Er hat ein Vierteljahrtausend geherrscht, doch wäre es Zeit, ihn zu korrigie-ren. Die technische Anwendbarkeit ihrer Produkte ist nur die eine Dimension der Vernunft. Sie hat die westlichen Gesellschaften lange genug beherrscht. Sie ist das, was während der langen Geschichte der Arbeitsgesellschaft im allgemeinen und der kapitalistischen Produktionsweise im besondren von der Vernunft im Vordergrund stand; und das vorherrschende Motiv des Denkens war - der Naturwissenschaften wie der Philosophie.


Das konnte kaum anders sein, solange die überwältigende Mehrheit der in der Welt Tätigen mit technischen Anwendungen beschäftigt war, mit der Ausführung vorge-gebener Projekte. Lat. proiectum bedeutet lexikalisch fast dasselbe wie gr. proble-ma, und wenn beide Begriffe sich durch
verschiedene Anwendung auseinander ent-wickelt haben, darf das im Rückblick nicht darüber täuschen, dass das Bild, das ur-sprünglich hinter beiden stand, das ist, was das deutsche Wort Vorstellung bezeich-net. Die Vorstellung ist das Gemeinte, das, worauf abgesehen wird, das, was dem Tätigen seinen Zweck vorgibt.

Der Begriff ist nur dessen marktgängige Verpackung, in der es weitergereicht und vorge-schrieben werden kann - dem, der es ausführen soll. Die Begriffe lassen sich zweckmäßig verknüpfen, sie lassen sich in Formeln tun und gegeneinader verrech-nen. Die Begriffe beherrschen die technische Zivilisation.  

Müssen sie nicht die Hypertechnik der digitalen Welt erst recht beherrschen?

Nein, eben nicht. Je mehr die ausführenden Tätigkeiten von den Maschinen übernommen werden, umso weniger Verpackung wird nötig. Der Algorithmus, dumm und dürftig, tritt an ihre Stelle. Das Vorstellen selbst, das bildhafte Ent-werfen von Absichten, das Einbilden tritt in seine Erstgeburtsrechte zurück.

Die Vernunft ist ursprünglich intuitiv, wörtlich: anschaulich, nämlich solange sie noch probiert. Der Begriff tritt nun in sein Zweitgeburtsrecht zurück: als Prüf-stein. Das Erfinden ist eins, aber ohne Prüfung ist es nicht einmal die Hälfte. Je freier das bildhafte Vorstellen wird, umso nötiger wird die Kritik durch die Begriffe. Je einfallsreicher die ingeniösen Ingenieure werden, umso wichtiger wird die Kritische Philosophie. Sie trennt das Korn von der Spreu.
 
 
 

Samstag, 1. März 2025

Lava auf Eis.


Trumpeltier.

                                       zu öffentliche Angelegenheiten

Das Erschreckende ist: Man kann sich wirklich vorstellen, dass der Rauswurf Selenskis aus dem Weißen Haus gar nicht beabsichtigt war, sondern ein reines Versehen, das der Trump'schen Hemdsärmeligkeit geschuldet ist. Dass ein Vize-präsident zu solchen Anlässen hinzugezogen wird, ist gar nicht üblich, und wo-möglich wollte ihm Trump nur Gelegenheit geben, ein wenig aus dem Schatten Elon Musks zu treten; aber der hat die Chance used and abused, indem er seinem Boss eine Bananenschale hinwarf, an der der nicht vorbeikam.

Sowas gehört in die Spalten der Klatschpresse und nicht vor die Weltöffentlichkeit; aber vor der konnte sich Selenski nicht runtermachen lassen wie ein Schuljunge - was hätten die Ukrainer denken sollen?

*

Aber das Ding ist passiert und in Amerika gibt es keine Potenz, die wenigstens den Schaden begrenzen kann. 

Und daran soll das Schicksal der Welt hängen? Nicht nur Europa selbst hat das dringende Interesse, dem Westen ein neues Rückgrat einzuziehen, sondern der Erdball.
gg. 2:30 Uhr

Nachtrag.
Das schrieb ich schon in dieser Nacht. Inzwischen herrscht in den Kommentaren die Meinung vor, sie hätten Selenski absichtlich in die Falle gelockt. Dass das eine so plausibel wie das andre ist, läuft mir kalt den Rücken runter. 
15:30 Uhr

 

Jüngste Version:
Den beiden Cowboys war gerade erst zu Ohren gekommen, dass es mit Selenskis Seltenen Erden doch nicht so weit her sei - und wollten sich bloß vor dem unter-schriftsreifen Vertrag drücken.

Und sagen Sie mir nicht, das wär ganz unwahrscheinlich: Man hört ja die Dollars klimpern. Vielleicht sollten wir ihnen dankbar sein, dass sie Europa aus seiner babylonischen Gefangenschaft erlösen.
2. 3. 25, 10:30 Uhr


 

 

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Ein historischer Moment.

  Th. Herzl                                                        zu   öffentliche Angelegenheiten Dass Netanjahu nicht länger israelischer...