zu Philosophierungen
Eine
Handlung verstehen heißt verstehen, was sie bedeutet. Sie bedeutet die
Ab-sicht, der sie dient - mit Erfolg oder ohne. Stelle ich mir vor, ich
hätte sie selber begangen, kann ich mir - mit ein wenig Einbildungskraft - vorstellen, was ich ge-wollt haben müsste. Die
Voraussetzung: Der Handelnde ist ein Wollender wie ich. Er konnte frei
wollen, und das kann ich so wie er.
Für mich ist die Handlung bestimmt durch den ihr zugrunde liegenden Willensakt. Den muss ich verstehen, das
ist eine intellektive Leistung. Beurteilen, ob die Hand-lung in ihrer
Wirkung den Willensinhalt getroffen oder verfehlt hat, ist demgegen-über
eine mechanische Verrichtung, so, als ob ich einen Zollstock
daranhielte; ich muss nur die Differenz messen.
Vorausgesetzt ist ein freier Wille, etwas anderes ist nicht verstehbar. Nicht nur kann es nicht verstanden werden, sondern muss
auch nicht. Angenommen, ein Tier han-delt stets nur aus seinem genetisch
angelegten Handlungsrepertoire, so muss es die Situationen, in denen sein
neuronaler Apparat reagiert, nicht verstehen; es reagiert so wie so. Sogenannte* Spiegelneurone mögen ihm helfen, die gegebene Situation präziser wahrzunehmen. Doch nach welchem Sinn (=Absicht) könnten sie suchen? Wonach es nicht sucht, wird es nicht finden. Bei
den Tieren gibt es einen verstehbaren Willen nicht. Allerdings wird er
uns Men-schen auch nicht über Nacht von den Bäumen auf den Kopf gefallen
sein. Die Auf-richtung unserer Vorfahren auf zwei Beine, die Befreiung
des Kopfes und der Hän-de mag vieles in Bewegung gesetzt haben. Doch eine
gewisse neuronale Grundlage wird schon dagewesen sein. Dass sich in
Affenhirnen mancherlei vorbereitet hat, ist zu vermuten. Aber sie sind
auf den Bäumen geblieben und haben nichts daraus ge-macht. Allerdings
sind heutige Affen nicht unsere Vorfahren. Sie stehen unseren
gemein-samen Ahnen zeitlich so fern wie wir. Was deren Großeltern mal
konnten, mag inzwischen verkümmert sein, denn - sie haben nichts draus
gemacht.*) nach wie vor rein hypothetische 23. 5. 19 Nota. Das
obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie
der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht
wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE
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